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Das Ende eines ruhigen Börsentags

Ein etwas schleppender Börsentag ist mit zwei fröhlichen Indizes zu Ende gegangen. Der Dow Jones und der Nasdaq Index schlossen in der Gewinnzone. Doch das Handelsvolumen blieb den gesamten Tag gering. Lediglich 851 Aktien handelten Investoren an der Wall Street. Vor der Notenbanksitzung am Dienstag und Mittwoch gingen Anleger den Handel ruhig an. Alle warten auf eine Zinssenkung, doch ob Alan Greenspan der Wall Street das Geschenk macht, ist noch nicht ganz klar. Eine Reihe von Anlegern baute jedoch schon vorher darauf, dass die Fed die Zinsen reduziert.

Einige Marktbeobachter scherzten, das Handelsvolumen wäre so gering, weil die Wall Street nun in Dezimalzahlen handelt. Die 208-jährige Tradition Aktien in Brüchen zu handeln hat ist jetzt vorbei. Nur an der Nasdaq geht es noch bis zum April in Brüchen weiter. Danach erscheinen New Yorkers Aktien einheitlich in Dezimalzahlen. Die kleinste Einheit des Handels ist nun ein Cent.



Zu den Gewinnern am Montag gehörten die Computerhersteller. Intel, Sun Microsystems und Hewlett-Packard führten die Indizes an. Von diesen Aktien hoffen sich Investoren im Falle einer Zinssenkung den größten Gewinnzuwachs. Geringere Zinsen könnten auch Einzelhandels- und Finanzwerte zum Auftrieb verhelfen. Doch die Aktien notierten am Abend so gut wie unverändert.



Aufwärts ging es mit 15 Prozent sogar für Xerox. Obwohl der Kopiererhersteller die Erwartungen um einen Cent verfehlt hatte, hievten Investoren den Wert mit 15 Prozent nach oben. Die von Xerox angekündigten Umstrukturierungsmaßnahmen stoßen offensichtlich auf Zustimmung der Anleger. Das Unternehmen wird 4000 seiner 96.000 Mitarbeitern entlassen. Im vergangenen Quartal konnte Xerox bereits 400 Millionen Dollar durch den Verkauf von überflüssigem Inventar einnehmen.



Disney wird seine Internetsparte wieder eingliedern. Der Medienriese hatte den Bereich eigenständig an die Börse gebracht. Darüber hinaus schließt Disney das Webportal Go.com. Die vergeblichen Bemühungen, ein profitables Internetgeschäft zu kreieren finden damit ihr Ende. Disney tauscht gegen jede Internetaktie 0,19 Disneyaktien. Der Aktionär des Disney Internetpapiers erhält so eine 40-prozentige Prämie. Dennoch tendierten die Disney Internetgroup-Papiere leicht im Minus. Die Aktien des Mutterhauses standen auf der Gewinnerliste des Dow Jones Indexes.



Die Technologiebranche leidet unter den schlechten Prognosen von Cisco Systems. Die Aktie des Netzwerkausstatters schloss als Verlierer an der Nasdaq. Vorstand John Chambers hatte sich zurückhaltend zur Wachstumsentwicklung des Unternehmens geäußert. Das Januar-Geschäft des Netzwerkausstatters habe die Planzahlen nicht ganz erfüllt, so Chambers auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Schuld sei das schwierige Geschäftsumfeld. Sollte der Trend anhalten, müssten die Prognosen für die Zukunft nach unten revidiert werden. Lehman Brothers bestätigt die Aktie zwar auf "aggressiv kaufen", senkt jedoch das Kursziel von 47 auf 45 Dollar.

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