Das Geschäft mit Zukäufen und Fusionen wächst wieder
Firmen werden bei Übernahmen aggressiver

Nach über zweijähriger Krise können die M&A-Berater weltweit wieder durchatmen. Das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen (M&A) zieht wieder an. "Die Zahl der Übernahmen werden zunehmen, wenn nicht in der zweiten Hälfte dieses Jahres, dann spätestens im kommenden Jahr", gibt sich Andreas Dietzel, Leiter des Bereichs Corporate bei der internationalen Anwaltsozietät Clifford Chance, optimistisch.

FRANKFURT/M. Jüngste Zahlen bestätigen dies: Die Datenbank-Spezialisten von Zephyr, einer Tochter des Informationsdienstes Bureau van Dijk, haben errechnet, dass seit Anfang 2003 weltweit Übernahmen und Fusionen im Wert von 1,4 Bill. Euro angekündigt wurden oder im Gange waren.

Davon entfallen alleine 499 Mrd. Euro oder 39 Prozent auf das erste Quartal diesen Jahres. "Nur die Zeitverzögerung zwischen Ankündigung- und Abschlussdatum der Transaktionen bremst die derzeitige Entwicklung der Dealwerte noch ab. Es stellt sich daher nicht die Frage, ob, sondern lediglich wann die M&A-Deals signifikant ansteigen werden", erklären die Experten von Bureau van Dijk.

Das glaubt auch Derek Chambers, Analyst bei HSBC. Er sagt für dieses Jahr ein weltweites Dealvolumen von rund 2 Bill. Euro voraus.

Vor allem erwartem Experten einen Anstieg der feindlichen Offerten. "Feindliche Übernahmen werden zunehmen. Wir sehen gerade bei ausländischen Gesellschaften ein wesentlich aggressiveres Agieren", beschreibt Dietzel von Clifford Chance seine Eindrücke.

Trennung vom Nicht-Kerngeschäft

Diese Einschätzungen ist nicht nur ein bloßes Gefühl in der Bauchgegend. Das mittlerweile gescheiterte feindliche Angebot des US-Kabelriesen Comcast für den Medienkonzern Walt Disney kann als Beleg heran gezogen werden. Eine andere feindliche Offerte war sogar erfolgreich - die des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Synthelabo für den größeren Rivalen Aventis. Nach einem tieferen Griff in den Geldbeutel gab das Aventis-Management seinen Widerstand auf.

Doch auch für das "normale" Übernahmegeschäft sind die Experten zuversichtlich. Sie verweisen auf mehrere treibende Faktoren. Zum einen werden die Großkonzerne in ihren Portfolios weiter aufräumen und Randgebiete verkaufen. "Die Trennung vom Nicht-Kerngeschäft wird weitergehen", glaubt Clifford-Chance-Experte Dietzel. In einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gaben etwa zwei Drittel der Unternehmen an, dass Veräußerungen in ihrer Strategie künftig mindestens eine ebenso wichtige Rolle einnehmen werden wie Zukäufe.

Das werden vor allem Finanzinvestoren mit Freude hören. Sie haben bereits im zurückliegenden Jahr wesentlich an der Portfolio-Bereinigung der Konzerne mitgewirkt. So verkaufte Daimler-Chrysler Ende vergangenen Jahres den Triebwerksspezialisten MTU an die US-Private-Equity-Firma KKR, die gemeinsam mit CSFB auch bei der Chemiesparte des Frankfurter Mischkonzerns MG Technologies zum Zuge kam. Bertelsmann-Springer, ehemals Teil der Bertelsmann - Gruppe wurde von den beiden Investoren Cinven und Candover übernommen.

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