"Das hätte ich mir selbst nicht träumen lassen
Florettfechter Peter Joppich holt Weltmeistertitel

Der Koblenzer FlorettFechter Peter Joppich Spezialist hat in Havanna die Weltmeisterschaft gewonnen. Der 20jährige siegte im Finale mit 15:14 übern Titelverteidiger Simone Vanni (Italien). Damit setzte Joppich die Reihe deutscher Fechtweltmeister fort.

HB HAVANNA. "Das ist einfach absoluter Wahnsinn. Das hätte ich mir selber nicht träumen lassen", sagte Joppich nach seinem Coup. Die erst Einzel- Medaille des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) in Havanna zehn Jahre nach dem letzten Florett-Titel durch Alexander Koch in Essen soll nicht sein letzter Erfolg sein. "Ich will die Mannschaft jetzt nicht hängen lassen und mit ihr den Titel verteidigen", verkündete er.

Joppich hat schon so viele Siegerehrungen und Nationalhymnen hinter sich, dass er den Fotografen und Kameraleuten gekonnt Modell stand. Vor einem Jahr gehörte er zum Weltmeister-Team von Lissabon, 2001 wurde er als Junior Welt-, ein Jahr zuvor Europameister. Ganz überraschen konnte der Sieg nicht nach einer Saison, in der die Leistungskurve immer weiter nach oben zeigte. Joppich hatte Vanni schon zwei Mal geschlagen, im Gesamt-Weltcup Rang drei belegt und mit dem Weltcup-Turnier in Havanna vom Juni die WM-Generalprobe gewonnen.

Im Halbfinale hatte Joppich Bryce Guyart 15:12 besiegt. Der französische Mannschafts-Weltmeister von 2001 hatte im Achtelfinale Vize-Weltmeister Andre Weßels (Tauberbischofsheim) 15:14 bezwungen. Gegen Vanni ließ sich Joppich nach einem 14:12 auch vom Ausgleich nicht aus der Ruhe bringen und setzte nervenstark den entscheidenden Treffer. "Als ob er den knappen Stand braucht, um sich noch besser konzentrieren zu können", staunte Degen-Bundestrainer Jochen Behr. "Lass es mal 10:14 stehen, da ist der immer noch nicht am Ende."

Für Weßels war im Achtelfinale Endstation

Der 53-Jährige ist seit 1986 Bundestrainer und kann aus einem Florett-Reservoir schöpfen, um das ihn alle Trainerkollegen beneiden. Neben Routinier Ralf Bißdorf (32 Jahre) stehen die "Jungen Wilden" Joppich (20), Weßels (21) und sein Neffe Dominik Behr (22) im Team. Dazu kommt noch ein halbes Dutzend Talente, die ebenfalls in die Mannschaft Team drängen. "Ich arbeite ausnahmslos mit guten Heim- Trainern zusammen, die ich teilweise in der Olympia-Mannschaft von 1992 betreut habe", nennt Behr ein Erfolgs-Geheimnis.

Joppich sprang in die Bresche, als die ebenfalls hoch gewetteten Bißdorf und Weßels ausgeschieden waren. Der Tauberbischofsheimer Weßels hatte Pech mit einer schweren Auslosung: Im Achtelfinale war Endstation. "Das hätte auch ein Gefecht um die Goldmedaille sein können", sagte Behr. "Das waren alles Gegner, die mir nicht gelegen haben. Aber so ist das Leben", meinte Weßels. Enttäuschend war hingegen Bißdorfs 11:15 in der 2. Runde gegen den Österreicher Roland Schlosser. Der Heidenheimer muss somit weiter auf seine erste WM- Einzelmedaille warten. Nach einer durchwachsenen Saison strebt der Olympia-Zweite die Teilnahme an den Spielen 2004 in Athen an.

Für die deutschen Säbeldamen wäre nach ansprechenden Leistungen mehr drin gewesen. Im Achtelfinale scheiterten Sandra Benad (Eislingen) und Stefanie Kubissa (Dormagen). Benad verlor gegen die Weltranglisten-Erste Sada Jacobsen (USA) 12:15, Kubissa scheiterte an der Kubanerin Ana Faex Mielin 10:15. Beide hatten bei ihren Niederlagen ebenso wenig die Obmänner auf ihrer Seite wie Susanne König (Tauberbischofsheim). Sie verlor in der Runde der letzten 32 gegen Faex Mielin nach einer 14:10-Führung noch 14:15.

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