Das Imperium schlägt zurück: Entwicklungs-Initiative für "WinTel"-Smartphones

Das Imperium schlägt zurück
Entwicklungs-Initiative für "WinTel"-Smartphones

Der Aufbau der Mobilfunknetze für den neuen Turbo-Standard UMTS ist in vollem Gange - höchste Zeit, dass auch die dazu passenden Handys entwickelt werden. Mit dem Ziel einer beschleunigten Einführung neuartiger "Smartphones" haben Intel und Microsoft auf dem internationalen Mobilfunkkongress in Cannes eine gemeinsame Entwicklungsinitiative vorgestellt.

WiWo/ap FRANKFURT. Um UMTS zu einem Erfolg zu machen, müsse mehr Multimedia ins Mobiltelefon kommen, sagt der Intel-Mobilfunkfachmann Leif Persson. "Wir wollen Microsoft als Hersteller des Betriebssystems und die Entwickler von Anwendungen dabei unterstützen, die Verbesserungen der neuen Intel-Prozessoren für mobile Geräte voll auszunutzen", erklärte der Direktor des "Wireless Competence Centers" von Intel.

Die Handys seien immer kleiner geworden, auch bei der Batterielebensdauer habe es erhebliche Fortschritte gegeben. Jetzt komme es darauf an, volle Multimedia-Unterstützung, Sprachsteuerung und Anwendungen für die Nutzung persönlicher Daten in das Mobiltelefon einzubauen. Bisher werden die Kleinstprozessoren vor allem in Taschencomputer eingebaut. Den StrongARM-Prozessor von Intel gibt es etwa im iPaq von Compaq und im Jornada von Hewlett-Packard. Marktführer bei den Prozessoren für die "Personal Digital Assistants" (PDA) ist bisher aber Motorola mit seinem Dragonball-Prozessor, der auch in den Palm-Computern arbeitet.

Mit Prozessoren der neuen XScale-Architektur geht Intel jetzt in die Offensive. "XScale verdoppelt die Geschwindigkeit bei gleichem Stromverbrauch", sagt Persson. Zudem verfügen XScale-Prozessoren wie der PXA250 mit einer Taktrate bis 400 Megahertz auch über integrierte Spezialfunktionen für eine verbesserte Grafikdarstellung.

Damit das Betriebssystem die neuen Funktionen des Prozessors auch in vollem Umfang nutzen kann, wollen Intel und Microsoft in den nächsten Monaten gemeinsam eine Design-Referenz für neue PDAs und Smartphones entwerfen, die als Grundlage für die Entwicklung von Geräten und Anwendungen dient. Als Teil der Vereinbarung erklärt Microsoft seine Unterstützung für Intels "Personal Internet Client Architecture" (PCA), einen erweiterungsfähigen Bauplan für Mobilfunkanwendungen, Hardware-Bausteinen und den Austausch zwischen Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Laufzeitumgebungen. Dabei ist unter anderem daran gedacht, dass die Software des mobilen Geräts erkennt, welche Hardware zur Verfügung steht und deren Fähigkeiten dann gezielt anspricht.

Persson weist die Vermutung zurück, dass die gemeinsame Initiative mit Microsoft das "Wintel-Imperium" der PC-Ära wiederbeleben soll. "Wir unterstützen jeden, der Software für unsere Prozessoren schreibt", sagt der Leiter des Intel-Zentrums für drahtlose Technik. Mit dem konkurrierenden Betriebssystem des Symbian-Konsortiums hat Intel schon im August vergangenen Jahres eine ähnliche Initiative auf der Grundlage des PCA-Modells gegründet - an Symbian sind unter anderem Psion, Ericsson, Nokia und Motorola beteiligt. Allerdings sind die meisten ehrgeizigen Projekte bislang noch nicht bis zur Marktreife gediehen.

Nach der Cebit soll es das Nokia 7650 mit eingebauter Digitalkamera geben - der Handy-Schnappschuss wird mit MMS, dem Nachfolger von SMS, an Freunde und Bekannte geschickt. Das schon vor mehr als einem Jahr vom britischen Hersteller Sendo angekündigte "Multimedia Smartphone" Z100 mit dem Microsoft-Betriebssystem "Stinger" lässt weiter auf sich warten - geplant sei eine Markteinführung in den kommenden Monaten, heißt es jetzt bei Sendo. Die von Microsoft entwickelte Design-Plattform "Smartphone 2002" wird auch von Samsung und Mitsubishi (Trium) unterstützt - als oberstes Ziel für sein Smartphone hat Microsoft die Parole ausgegeben: "Es soll ein tolles Telefon sein."

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