Das Interview
"Weisheit noch wichtiger als Geld"

Der Prediger Salomo wusste bereits: Es geschieht nichts Neues unter der Sonne (Pred 1,9). Deswegen gibt es auf viele aktuelle Fragen von Anlegern passende Antworten, die bereits sehr alt sind und bereits in der Bibel standen.

In diesem Jahr musste man viele Anlegerherzen trösten. Was soll man Ihnen sagen?



Einmal: Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber (Spr 16,16)...

... aber auch: Wer ein mutiges Herz hat, weiß sich auch im Leiden zu halten (Spr 18,14).

Vor allem Anleger, die brav den Analysten gefolgt sind, haben wieder weniger Geld im Säckel. Hast man einen Rat für diese verirrten Seelen?

Zu den Analysten: Wehe euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen (Lk 11,52). Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen beide in die Grube (Mt 15,14). Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zeichendeuterei betreiben (3. Mose 19,26).

Und zu den Anlegern: Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe, tragt keinen Geldbeutel bei euch, keine Tasche und keine Schuhe, und grüßt niemanden unterwegs (Lk 10,3-4).

Welches Gedicht müssen die fehlgeleiteten Anleger aufsagen?



Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern
Noch mein Leben mit den Blutdürstigen
An deren Händen Schandtat klebt
Und die gern Geschenke nehmen
(Ps 26,9).

Sollten Anleger sich im kommenden Jahr noch intensiver beraten lassen?

Ja, aber Vorsicht: Leeres Geschwätz bringt nur Verlust (Spr 14,23).

Manche wünschen sich, endlich keine Gewinnwarnungen mehr sehen zu müssen.

Wer gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe (Spr 29,1).



Die Gier hat auch in diesem Jahr viele Schäfchen in die Irre geführt. Was sollte man ihnen mit auf den Weg geben?

Hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat (Lk 12,15). Wer habgierig ist, jagt nach Reichtum und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird (Spr 28,22). Ein Habgieriger erweckt Zank (Spr 28,25).

Manche Anleger beschweren sich, dass sie nur wenig mit Geldmarktfonds verdient haben.



Denkt daran: Was haben wir in die Welt mitgebracht? Nichts! Was können wir aus der Welt mitnehmen? Nichts! Wenn wir also Nahrung und Kleidung haben, sollte das genügen (1. Tim 6,7-8). Besser wenig mit Gottesfurcht als große Schätze mit Unruhe (Spr 15,16).

Soll man wenigstens an Weihnachten über ethische Grundsätze beim Investieren nachdenken?

Vielleicht, aber man darf dabei nicht vergessen: Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte (Mt 5,45). Dies alles habe ich gesehen in den Tagen meines eitlen Lebens: Da ist ein Gerechter, der geht zu Grunde in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Gottloser, lebt lange in seiner Bosheit (Pred 7,15).

Geht das denn überhaupt gut, Glaube und Geld unter einen Hut zu bringen?



Es ist jedenfalls ziemlich schwierig. Schließlich heißt es: Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Er wird den einen vernachlässigen und den anderen bevorzugen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Mt 6,24).



Siehst man einen prinzipiellen Unterschied zwischen den Aktien am Neuen Markt und denen im Deutschen Aktienindex?

Aber ja. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune (Mt 13,30).

Viele sind neidisch auf Menschen, die in diesem Jahr Value-Aktien hatten. Ist das christlich?



Iss nicht am Tische des Missgünstigen und lass dich nicht nach seinen Leckerbissen gelüsten (Spr 23,6).

Im Januar kommt der Euro. Wird die Währung stabil?

Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhest, so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann (Spr 6,10-11).

Was ist der Rat - oder Warnung - für den nächsten Börsenboom?

Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen (Mt 24,11).



Was sind die Leitsprüche für das Jahr 2002?

Wie Geld beschirmt, so beschirmt auch Weisheit; aber die Weisheit erhält das Leben dem, der sie hat. (Pred 6,7). Und: Siehe, ich mache alles neu (Offb 21,5).



  Die Fragen stellten Peter Köhler und Frank Wiebe. Die Bibel antwortete.

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