"Das ist Krieg"
VW-Arbeiter in Brasilien streiken gegen Stellenabbau

Die rund 16 000 Arbeiter der größten Fabrik von Volkswagen in Brasilien sind aus Protest gegen die Entlassung von 3 000 Kollegen in einen unbefristeten Streik getreten. Der Ausstand begann am Montag mit der Besetzung des Werks Anchieta in Sao Bernardo do Campo im Bundesland Sao Paulo.

dpa-afx SAO PAULO. Der Chef der mächtigen Gewerkschaft der Metallarbeiter, Luiz Marinho, erklärte, die Streikenden würden sich jeden Tag etwas Neues einfallen lassen, um die VW-Spitze unter Druck zu setzen. "Das ist Krieg", meinte er.

Der Streik war in einer Generalversammlung aller Arbeiter am Montagmorgen (Ortszeit) laut Marinho einstimmig beschlossen worden. Neue insgesamt zwölfstündige Gespräche waren am Wochenende ergebnislos abgebrochen worden. VW hatte den Abbau von 3 000 der 16 000 Stellen in Anchieta am vergangenen Donnerstag beschlossen, nachdem die Gewerkschaft den Firmenvorschlag zur Einführung der Vier-Tage-Woche bei Lohnsenkungen von 15 % mehrfach zurückgewiesen hatte.

Der Präsident von VW do Brasil, der Österreicher Herbert Demel, hatte gesagt, die Einführung der Vier-Tage-Woche sei der einzige Weg zur Vermeidung von sofortigen Stellenkürzungen, da man mit einem schwierigeren Markt und firmenspezifische Strukturprobleme kämpfe. Der VW-Absatz war in Brasilien im 3. Quartal um 3,1 % auf 134 000 Fahrzeuge zurückgegangen.

Marinho will nach eigenen Angaben "noch in dieser Woche" nach Deutschland fliegen, um direkt mit Personal-Vorstand Peter Hartz in Wolfsburg zu verhandeln. Den Vorschlag von Volkswagen, die Hälfte der in der vergangenen Woche beschlossenen Entlassungen rückgängig zu machen, um die Gespräche wieder aufzunehmen, hatte er am Wochenende abgelehnt.

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