"Das ist völlig abwegig“
Quam bestreitet Übernahme von Drillisch-Aktien

Der kleinste Mobilfunknetzanbieter in Deutschland, Quam, hat nach eigenen Angaben mit Aktionären des Mobilfunkdiensteanbieters Drillisch keine Vereinbarung zur Übernahme von deren Aktien abgeschlossen.

Reuters MÜNCHEN/ KÖLN. Ein Quam-Sprecher sagte am Mittwoch in München, es sei "hanebüchener Unsinn", wenn Drillisch-Aktionäre behaupteten, sie hätten mit Quam Vereinbarungen zur Übernahme von Drillisch-Aktien geschlossen. "Es gibt keinerlei Kaufvertrag zwischen Quam und Drillisch oder einzelnen Aktionären zur Übernahme von Aktien. Das ist völlig abwegig", sagte der Sprecher und reagierte damit auf eine Mitteilung von Drillisch vom Mittwoch.

Drillisch hat nach eigenen Angaben eine Klage von eigenen Aktionäre gegen Quam vorliegen, die sich auf einen angeblich mit Quam geschlossenen Kaufvertrag für rund drei Prozent der Drillisch-Anteile beziehen. Die Aktionäre behaupten laut Drillisch weiter, dass Quam aufgrund von Kaufverträgen mit weiteren Aktionären die Aktienmehrheit bei Drillisch übernommen habe. Zu den Aussichten der nicht näher erläuterten Klage wollte sich Drillisch nicht äußern.

Im zeitlichen Zusammenhang mit der am Mittwochnachmittag verschickten Pressemitteilung zogen die Drillisch-Aktien bei geringen Umsätzen an der Börse kräftig an. In der Spitze verteuerten sich die Papiere um knapp 16 Prozent auf 0,80 Euro.

Quam hatte vor seinem Marktstart nach Angaben aus Branchenkreisen im vergangenen Jahr die Möglichkeiten sondiert, Mobilfunkdiensteanbieter wie Drillisch oder Debitel zu übernehmen, um sich dadurch eine Kundenbasis zu verschaffen. Die Gespräche scheiterten und Quam startete im November vergangenen Jahres ohne eigene Kunden. Mittlerweile zählt Quam rund 200 000 Mobilfunkkunden, muss jedoch nach dem Willen seiner Gesellschafter Telefonica und Sonera das Neukundengeschäft einstellen und weitere Investitionen in das UMTS-Mobilfunkgeschäft zurückstellen.

Drillisch hatte sich nach Angaben aus Branchenkreisen selbst wiederholt anderen Marktteilnehmer zum Kauf angeboten. Auch diese Gespräche blieben bislang erfolglos. Ende des ersten Quartals zählte Drillisch 606 000 Mobilfunkkunden. Das Unternehmen verfügt nicht über ein eigenes Mobilfunknetz, sondern vermarktet Mobilfunk-Dienstleistungen der Netzbetreiber auf eigene Rechnung.

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