Das Kleingedruckte lesen
Richtige Police bringt Geld für Unwetterschäden

Die jüngsten Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen und die teilweise folgenden Überschwemmungen haben in mehreren Regionen Deutschlands Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Davon sind außer der Wirtschaft auch Tausende private Haushalte betroffen. Wer hier den richtigen Vertrag hat, kann sich seine finanziellen Verluste von der Versicherung wiederholen. Dabei sollte er aber schnell reagieren. Die Versicherer fordern, Schäden umgehend zu melden.

HB/ddp/vwd BERLIN. Zudem sind die Betroffenen verpflichtet, alles zu unterlassen, was die Feststellung des Schadens erschweren könnte. Andernfalls wird der Versicherungsschutz gefährdet. Verbraucherschützer raten deshalb übereinstimmend, diesen Forderungen nachzukommen.

Wie viel Geld es gibt, richtet sich nach dem jeweiligen Vertrag. Verbraucher haben es dabei nicht ganz einfach, da je nach Art des Schadens unterschiedliche Versicherungssparten und damit auch Policen für die Ersetzung der Kosten zuständig sind. Sehr wichtig dabei ist die Elementarschadenversicherung, die als Ergänzung zur Hausrat- oder Gebäudeversicherung angeboten wird. Sie deckt Schäden durch eindringendes Wasser ab. Allerdings müssen Besitzer dieses zusätzlichen Versicherungsschutzes häufig die vereinbarte Selbstbeteiligung aus eigener Tasche berappen, kritisiert die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Die Hausrat- oder bei Hausbesitzern die Gebäudeversicherung zahlt bei Überschwemmung (Ausuferung natürlicher Gewässer) oder Überflutung (von Hang oder Straße hereinströmendes Regenwasser) je nach den Bestimmungen im Kleingedruckten meist auch dann, wenn sich die Kapazitäten der Fluss- und Bachbetten oder Kanäle als zu gering erwiesen haben, erläutert der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Dagegen gilt Rückstau aus der Kanalisation (Wasser kommt von unten) nicht als Überschwemmung. Dafür ist eine andere Ergänzung zur Hausrat- oder Gebäudeversicherung zuständig, die jedoch bisher nur von wenigen Unternehmen angeboten wird.

Wer sein Auto im Wasser wiederfindet, kann ebenso wie bei Hagelschäden die Teil- oder Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen. Vollkaskoversicherte brauchen nicht einmal den Verlust ihres Schadenfreiheitsrabatts zu befürchten, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betont. Wer nur die Kfz-Haftpflicht abgeschlossen hat, geht dagegen leer aus. Steuert jemand sein Fahrzeug trotz Polizeiwarnung in Überschwemmungs-Gefahrengebiete hinein, kann er selbst mit einer Kasko-Police auf seinen Kosten sitzen bleiben. Die Versicherung kann ihm grobe Fahrlässigkeit oder sogar üble Absichten unterstellen und deshalb die Zahlung verweigern.

Wer unsicher ist, ob er sich für seinen Unwetterschaden Geld von der Versicherung wiederholen kann, sollte zunächst im Kleingedruckten des eigenen Vertrages nachsehen, rät die Verbraucherzentrale Thüringen. Auch das Nachfragen bei der Versicherungsgesellschaft ist nützlich. Zwar kann man sich das nervende Suchen im Kleingedruckten und alle Nachfragen durch den Abschluss einer "Versicherung gegen alles" ersparen, die bei jeder Eventualität zahlt. Allerdings kostet solch eine Police 500 Euro und mehr im Jahr. Dagegen reichen beim Normalhaushalt schon 130 Euro für die Hausratversicherung aus, wozu dann 10 bis 20 Prozent für den Zusatzschutz gegen Überschwemmungen kommen, rechnet der BVK vor. Der Elementarschutz als Zusatz zur Gebäudeversicherung kostet laut Stiftung Warentest meist rund 70 Euro jährlich, wobei häufig zehn Prozent Selbstbeteiligung anfallen.

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