Das kleinste Emirat etabliert sich beliebtes Ziel für Touristen und Geschäftsleute
Bahrein will die Pole Position am Golf

Wenn es nach den Bahreinis geht, kann sich der Wüstenstaat Dubai warm anziehen. Das zwischen der Ostküste Saudi-Arabiens und Katar gelegene Land will Dubai als Ziel für Touristen und Geschäftsreisende Konkurrenz machen. Mit Erfolg: Dank Vertragsabschluss mit dem Formel-1-Paten Bernie Ecclestone haben die Bemühungen um internationales Renommee einen gehörigen Schub nach vorn bekommen.

DÜSSELDORF. "Ziel Bahreins ist es, sich als Alternative zu Dubai zu präsentieren", erläutert Pascale Duchauffour, General Manager im ein Jahr alten Ritz-Carlton-Hotel im Norden der Hauptstadt Manama. Die Chancen dafür stehen gut: Während Dubai in den vergangenen Jahren viel zu unruhig geworden sei, "geht in Bahrein alles sehr einfach" vonstatten. Duchauffour: "Es ist geschäftig, aber es ist nicht hektisch. Das ist ein erheblicher Vorteil." Ein Vorteil, den CEOs von Weltfirmen wie Babcock, Vodafone und Co. zu schätzen wissen. Ein erster Erfolg: Der Arabian Travel Market hat im Mai - in Dubai - ein Haus in Bahrein zum besten Businesshotel im Mittleren Osten gewählt: The Ritz-Carlton, Bahrain Hotel & Spa.

Die Strategie in Bahrain ist ausgewogen: Während etwa Katar im Mai einen Tourismus-Masterplan mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Mrd. Dollar verabschiedet hat und Dubai Anfang Juni verkündete, seine Touristenzahlen bis zum Jahr 2010 von derzeit fünf auf 15 Millionen verdreifachen zu wollen, fährt das kleine Emirat zweigleisig: Die 650 000 Einwohner zählende Insel, die ihre Skyline gern mit der Manhattans vergleicht, etabliert touristische Anziehungspunkte mit dem Ziel, auch das internationale Business ins Land zu holen. "Bahrein ist das Tor zu einem Markt von mehr als 200 Millionen Menschen", sagt Zollminister Sheih Rashid.

Beispiel Formel 1: In nur 16 Monaten haben die Arbeiter die 45 000 Fans fassende Rennstrecke in Sakhir nach den Entwürfen des Formel-1-Architekten Hermann Tilke aus dem Wüstenboden gestampft. Dabei geht es um mehr als das alljährliche Rennen: Die Formel 1 bringe auch die Motorsport- und Incentive-Industrie nach Bahrein, betont Sheih Rashid. BMW beispielsweise plant eine Fahrerschule, und Event-Agenturen aus aller Welt prüfen die Geschäftschancen.

Rund um die Wüstenstrecke schießen die Grundstückspreise in die Höhe: In unmittelbarer Nachbarschaft der Strecke, so die Planungen, werden in den nächsten Monaten Hotels entstehen, Business- und Entertainment-Center sowie Resorts und Spas - unter anderem für die Formel-1-begeisterten Scheichs aus den Nachbarländern. Soeben hat die asiatische Luxushotelkette Shangri-La ihre Unterschrift für den Bau eines Resorts im Süden der Insel geleistet. "Die Formel 1 bietet uns eine echte wirtschaftliche Alternative", sagt Sheih Rashid.

Seite 1:

Bahrein will die Pole Position am Golf

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%