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Das Klonen von Menschen wird zum Verbrechen

Das US- Repräsentantenhaus hat am Dienstag für ein weit reichendes Klonverbot von Menschen gestimmt. Für den Gesetzentwurf stimmten 265 Abgeordnete, 165 stimmten dagegen.

rtr WASHINGTON. Das Klonen von Menschen wird dem Gesetz zufolge als schweres Verbrechen gewertet, das mit Geldstrafen von mehr als einer Million Dollar und mit Haft bis zu zehn Jahren geahndet werden kann. Einen Alternativ-Vorschlag, der das Klonen für die Forschung mit Stammzellen erlaubt hätte, wurde abgelehnt. US-Präsident George W. Bush begrüßte die Entscheidung. Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des US-Senats.

Der Abstimmung war eine heftige Debatte vorangegangen. Einig waren sich die Abgeordneten darin, dass menschliches Klonen für die Fortpflanzung nicht erlaubt werden dürfe. Uneinigigkeit herrschte indes darüber, ob Forscher Embryonen klonen dürften, um Stammzellen herzustellen. "Wir dürfen Millionen von kranken oder verletzten Menschen nicht sagen, nur zu, geht und sterbt und bleibt gelähmt, weil wir glauben, dass ein Haufen Zellen wichtiger ist, als ihr es seid", sagte der demokratische Abgeordnete Jerrold Nadler.

Andere warnten indes vor Embryonen-Farmen und der Massenvermarktung menschlichen Lebens. "Menschen sollten nicht geklont werden, um einen menschlichen Schrottplatz für Ersatzteile beim Experimentieren aufzufüllen", sagte der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus Tom DeLay.

Stammzellen bergen Wissenschaftlern zufolge das Potenzial, um zahlreiche Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer oder Querschnittslähmungen zu heilen. Gegner des Verbots hatten argumentiert, es würde die Tür zur Erfolg versprechenden Stammzellenforschung versperren. Andere Abgeordnete sagte indes, wenn Ausnahmen für Forschungszwecke erteilt würden, werde es unmöglich sein, Verstöße gegen das Verbot reproduktiven Klonens zu ahnden.

Die überwältigende Entscheidung des Repräsentantenhauses, das menschliche Klonen zu verbieten, sei ein starke ethische Aussage, die er lobe, erklärte Bush. Die Wissenschaft müsse vorangetrieben werden, aber so, dass Leben respektiert und geehrt werde. Bush erwägt die Zulassung von Bundesmitteln für die Forschung an embryonalen Stammzellen. Ein Klonverbot würde diese Forschung nicht betreffen.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Tom Daschle, bekräftigte seine Ablehnung des Klonens. Das Klonen von Menschen sollte nicht zusammen mit der Stammzellenforschung betrachtet werden. "Ich finde, bei dem, was wir mit der embryonalen Stammzellenforschung machen können, gibt es moralische Grenzen und das Gesetz ist eine gute Veranschaulichung dafür." Das Gesetz würde andere Klontechniken, um Moleküle, DNA, Zellen (außer von Embryos), Gewebe, Organe Pflanzen oder Tiere herzustellen, nicht betreffen. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss es vom US-Senat verabschiedet werden.

1997 wurde erstmals ein Säugetier, das Schaf "Dolly", durch die Übertragung von Zellkernen geklont.

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