„Das Kreuz mit dem Kreuz“
Aus eigener Kraft

Die Feldenkrais-Therapie hilft bei Rückenschmerzen und bringt auch sonst jede Menge Bewegung ins Leben.

Mit einem Autounfall begann für Bernhard Langen* das Maleur: seine Rückenbeschwerden wollten nicht mehr aufhören. "Mein Nacken und die Schultern waren seit dem Unfall derart verspannt, dass ich zeitweise den Oberkörper nur als Block bewegen konnte", erzählt der 35-jährige Investor-Relations-Manager. "Das Kreuz mit dem Kreuz" kannte auch der 55-jährige Düsseldorfer Psychologe Jürgen Singer nur zu gut. "Manchmal erwischte mich der Schmerz blitzartig auf der Straße, und ich konnte keinen Schritt mehr gehen." Die Diagnose seines Arztes: Bandscheibenvorfall, orthopädisch nichts zu machen.

Heute geht es beiden gut. Ihnen hat die Feldenkrais-Methode geholfen. Im Mittelpunkt dieser Methode stehen kinderleichte Bewegungen, die im Schneckentempo ausgeführt werden und bei denen man meist geruhsam auf dem Boden liegt.

Die Feldenkrais-Methode lässt sich in kein klassisches medizinisches Schema pressen. Sie ist nach dem israelischen Physiker und Bewegungsforscher Moshé Feldenkrais benannt. Sein Ziel war es, Menschen wieder zu mehr Beweglichkeit zu verhelfen. Dass bedeutet konkret: Über feine Körperübungen schärft man seine Körperwahrnehmung und lernt, sich (wieder) so geschmeidig und natürlich wie ein kleines Kind zu bewegen.

Der Gewinn: Hilfe etwa bei Kopf-, Knie- oder Rückenbeschwerden. Darüber hinaus steigert Feldenkrais aber auch das ganze Wohlbefinden - und ist damit eine Wellness-Methode par excellence. Der Investor-Relations-Manager Langen "klagt" heute nur noch "über leichte Nackenverspannungen, wie jeder Bürotätige sie kennt", und der Psychologe Singer hat "praktisch keine Rückenschmerzen mehr". Zwei Feldenkrais-Kurse hätten ihm "super geholfen", sagt Singer. Andere konnten sogar mit Hilfe der Feldenkrais- Methode eine Operation verhindern. Warum also nicht die von Krankenkassen empfohlene Methode ins Büro bringen? Dort breiten sich Rückenschmerzen mittlerweile epidemieartig aus. Sie sind die Bürokrankheit Nummer eins, weil zu viel gesessen wird. Und dafür ist der Mensch nun einmal nicht gemacht.

Dabei ist es gar nicht so schwer, auch am Arbeitsplatz Rückenbeschwerden vorzubeugen. Ein Luftkissen zwischen Stuhl und Po kann hier wahre Wunder bewirken. Wie das geht, zeigt der Düsseldorfer Feldenkrais-Lehrer Peter Schulz in speziellen Seminare zum aktiven Sitzen. "Das Schlimmste für das menschliche Rückgrat ist Bewegungslosigkeit, und deshalb ist es wichtig, die viele Zeit des Stillsitzens in aktive Bewegung umzuwandeln", erklärt Schulz, der seine "Sitztrainings" auch Firmen anbietet. Er empfiehlt seinen Kursteilnehmern, ihr Becken auf dem Kissen vor- und zurückzukippen. Später lässt er sie im Hula-Hoop-Stil um die Körpermitte kreisen. Schließlich müssen sie noch imaginäre kleine Buchstaben auf die Sitzfläche schreiben.



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