Archiv
Das Meer als Quelle neuer ArzneimittelDPA-Datum: 2004-07-02 10:48:43

Mainz (dpa) - Auf der Suche nach natürlichen Substanzen für neue Arzneimittel erweist sich das Meer als Schatztruhe.

Mainz (dpa) - Auf der Suche nach natürlichen Substanzen für neue Arzneimittel erweist sich das Meer als Schatztruhe.

«Vor allem Schwämme erregen die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler, da sowohl im Gewebe der marinen Vielzeller als auch in assoziierten Pilzen und Bakterien eine große Zahl vielversprechender Substanzen vorkommt», sagte sagte Prof. Werner E.G. Müller von der Universität Mainz. Der Biochemiker trifft sich an diesem Samstag gemeinsam mit rund 25 Forschern zu der Tagung «Blaue Biotechnologie, die Meer bietet» im pfälzischen Enkenbach.

Als Highlight konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass ein aus einem marinen Pilz isolierter Stoff gegen Leukämie wirkt. «Die Substanz Sorbicillacton A wird derzeit im Tierversuch von neutralen Labors weiter getestet», sagte Müller in einem dpa-Gespräch. Nach seiner Einschätzung könne der Wirkstoff in etwa ein bis zwei Jahren bereits in ersten klinischen Tests erprobt werden. Die Substanz bekämpfe Blutkrebs selektiv, indem nur bei krankhaften Zellen ein Signal ausgelöst wird, das sie absterben lässt. «Das hat in Zell- und Gewebekulturen bereits gut funktioniert», erläuterte der Biochemiker.

Nach seiner Ansicht sind Naturprodukte als potenzielle Medikamente grundsätzlich besser geeignet als synthetische Stoffe, die nach dem Zufallsprinzip im Labor entstehen. «Die Wirksamkeit biologischer Substanzen ist ja nicht auf einen Organismus beschränkt. «Wenn sich ein Schwamm mit Hilfe eines Stoffes erfolgreich gegen andere, niedere Tiere wehrt, dann kann dieser Stoff wahrscheinlich auch Menschen beim Kampf gegen eine Krankheit helfen», sagte Müller.

Für eine effektivere Erforschung des pharmazeutischen Potenzials mariner Naturstoffe haben sich vor drei Jahren neun deutsche Forschergruppen zum Verbund BIOTECmarin zusammengeschlossen, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit bislang rund drei Millionen Euro unterstützt worden sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%