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Das Personalkarussell ist schon angeworfen

Noch haben in Sachsen-Anhalt die Koalitionsverhandlungen von CDU und FDP nicht begonnen, da dreht sich schon das Personalkarussell.

dpa MAGDEBURG. Mancher bringt sich selbst ins Gespräch, andere werden für ministrabel gehalten, wieder andere sollen durch das frühe Nennen eines Namens aus dem Rennen geworfen werden. Offiziell betonen die Wahlsieger Wolfgang Böhmer (CDU) und Cornelia Pieper (FDP), es gehe zuerst um Inhalte und erst dann um Personen. Beide Parteien hatten am Sonntag bei der Landtagswahl einen Triumph erzielt und nehmen am Mittwoch Koalitionsverhandlungen auf.

Einen Unterschied gibt es zwischen Böhmer und Pieper bereits: Während klar ist, dass der Christdemokrat Ministerpräsident werden will, hat Pieper sich bislang offen gehalten, ob sie überhaupt ein Ministeramt haben will. Zunächst wurde sie zur Chefin der FDP - Fraktion gewählt, die es nach acht Jahren außerparlamentarischer Arbeit der Partei jetzt wieder gibt. Pieper erklärte, sie wolle auf der Bundesebene Generalsekretärin bleiben und die Koalitionsverhandlungen führen. Dann werde sie auf einem Posten wirken, auf dem sie das Beste für die Menschen in Sachsen-Anhalt tun könne, sagte sie ohne nähere Konkretisierung.

Offen ist, ob die Zahl der Kabinettsposten bei acht bleibt oder auf sieben reduziert wird. Die CDU hat schon bestimmte Veränderungen des Zuschnitts angekündigt. Wichtigster Punkt ist dabei bislang, das Thema Arbeit aus dem Sozialressort herauszunehmen und in das Wirtschaftsministerium zu integrieren. Dies sei effizienter zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, was in dem Land, das in der Statistik die "rote Laterne" führt, ein Schwerpunkt ist und bleibt.

Für das Amt des Wirtschaftsministers gibt es viele Interessenten. Die CDU sähe gerne den ehemaligen Bahnchef Johannes Ludewig (CDU) für dieses Ressort. Er hat allerdings noch ein interessantes Angebot aus Brüssel und ist zudem auch in Sachsen für dieses Amt im Gespräch.

In der Presse wurde zudem der Leipziger Wirtschaftsdezernent Detlef Schubert (CDU) genannt, der maßgeblichen Anteil an der geplanten Ansiedlung von BMW in Leipzig gehabt haben soll. Aber auch die FDP will ihre Wirtschaftskompetenz im Kabinett vertreten sehen. Hier werden der ehemalige Landeswirtschaftsminister Horst Rehberger und der stellvertretende Landesvorsitzende und Wirtschaftsprofessor Karl-Heinz Paqué genannt.

Laut Medienberichten könnte auch der Finanzminister aus Sachsen, Thomas de Maizière (CDU), nach Sachsen-Anhalt wechseln. Weiter im Gespräch in Magdeburg sind für Ministerposten drei Abgeordnete, die ihre Wahlkreise mit sehr guten Ergebnissen geholt haben: der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Curt Becker, Agrarexpertin Petra Wernicke und der Verkehrsfachmann Karl-Heinz Daehre.

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