Das Reich der Mitte
Viele kleine Revolutionen

Wie Jugendliche und Familien den gesellschaftlichen Wandel in China erleben

Die wirtschaftliche Öffnung Chinas und das rasante Wachstum des Landes haben die Lebensverhältnisse im "Reich der Mitte" für Millionen von Menschen auf den Kopf gestellt. Diesen Schwindel erregenden sozialen Wandel beschreibt Petra Häring-Kuan eindrucksvoll am Beispiel ihrer weit verzweigten chinesischen Verwandtschaft. Als Frau des Akademikers Kuan Yu-Chien, der in den siebziger Jahren vor Maos Kulturrevolution ins Ausland floh, hat die Hamburgerin miterlebt, wie sich aus der Enge eines politisch extrem reglementierten Lebens in China eine neue, ungeahnte Dynamik entwickelt hat.

Auf regelmäßigen Reisen in das Land hat Häring-Kuan die Lebensgeschichten der Geschwister, Cousinen und Cousins ihres Mannes verfolgt. Der stille Diqian etwa, der wegen der Flucht des Bruders jahrelang im Gefängnis saß. Oder die Schwester Minqian, treue Parteigenossin, deren Kinder nach der Öffnung Chinas beim Klassenfeind Amerika Karriere machen. In "Meine chinesische Familie" bündelt Häring-Kuan diese Erlebnisse zu einem vielschichtigen Bild. Literarisch zwar kein Meisterwerk, bietet das Buch trotzdem faszinierende Einblicke in dreißig Jahre Wandel in China.

Was Häring-Kuan aus westlicher Distanz beschreibt, hat die chinesische Journalistin Xinran am eigenen Leib erfahren. Als Kind wurde sie im Zuge der Kulturrevolution von den "reaktionären" Eltern getrennt und in ein Erziehungslager gesteckt. Ihre persönlichen Erfahrungen machen sie später zu einer sensiblen Beobachterin sozialer Missstände in China.

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