"Das sind sehr gute Zahlen"
BASF legt starkes Schlussquartal hin

Europas größter Chemiekonzern BASF hat im Schlussquartal 2002 dank guter Chemikaliengeschäfte und Restrukturierungsmaßnahmen operativ deutlich mehr verdient als vor Jahresfrist. Mit seinen Zahlen übertraf BASF die Prognosen der Experten. Die Aktien legten um neun Prozent zu.

Reuters LUDWIGSHAFEN. "Unsere 2001 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen haben im vergangenen Jahr Wirkung gezeigt", erklärte Konzernchef Jürgen Strube am Dienstag in Ludwigshafen. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen habe im vierten Quartal 2002 auf 650 Millionen Euro zugelegt nach 252 Millionen Euro im Schlussquartal des Vorjahres. Analysten hatten lediglich im Schnitt 537 Millionen Euro erwartet.

BASF setzte insgesamt 8,017 Milliarden Euro um nach 7,683 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Ausblickend hieß es, für das erste Quartal 2003 sei bei steigendem Umsatz ein deutlicher Zuwachs beim Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen erreichbar. Wie sich die Chemiebranche in diesem Jahr weiter entwickle sei aber nur begrenzt vorhersehbar.

"Uns ist es gelungen, während der konjunkturellen Schwächeperiode unsere Leistungsfähigkeit weiter zu erhöhen", sagte Konzernchef Jürgen Strube, der zur Hauptversammlung im Mai sein Amt an den Asien-Spezialisten Jürgen Hambrecht abgibt. Im Vergleich zu den schwachen ersten beiden Monaten des Jahres 2002 sei der Umsatz Anfang 2003 gestiegen. Hieraus könne aber nicht auf den weiteren Jahresverlauf geschlossen werden, sagte Strube unter Hinweis auch auf den sich zuspitzenden Irak-Konflikt. So erwartet BASF im zweiten Quartal bei etwa konstantem Umsatz einen geringeren Ergebniszuwachs als im ersten Quartal.

Restrukturierung zeigt Wirkung

BASF hatte im Zuge des Konjunktureinbruchs bereits vor fast zwei Jahren ein umfangreiches Sparprogramm mit dem Abbau von 4000 Arbeitsplätzen begonnen. Bis zum Jahresende 2003 sollen allein etwa eine Milliarde Euro gespart werden. BASF sei zuversichtlich, dies auch zu erreichen, erklärte der Konzern. Konzernchef Strube hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass BASF vom nächsten Aufschwung als erstes Unternehmen der Branche mit rentablem Wachstum profitieren werde. Unter dem Strich erzielte der Konzern im Schlussquartal einen Gewinn von 199 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte BASF noch einen Verlust von 469 Millionen Euro ausgewiesen.

Deutlich positiv entwickelte sich im Schlussquartal das Chemikaliengeschäft mit kräftigen Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Hier profitierte der Konzern auch von der im vergangenen Jahr angelaufenen neuen Großanlage zur Produktion von Ethylen und Propylen im texanischen Port Arthur. Auch der Bereich Kunststoffe und Fasern zeigte Umsatz- und Ergebniszuwächse, wie auch das Öl- und Gasgeschäft der Ludwigshafener.

Im Gesamtjahr 2002 nahm das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen um 25,6 Prozent auf 2,881 Milliarden Euro zu. Der Umsatz ging leicht um 0,9 Prozent auf 32,216 Milliarden Euro zurück. BASF selbst hatte einen mindestens 15-prozentigen Ergebniszuwachs bei etwa konstantem Umsatz für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt.

Analysten zufrieden

Analysten äußerten sich in ersten Einschätzungen positiv zu den vorgelegten Zahlen. "Das vierte Quartal war einen Tick besser als ich erwartet habe," sagte Chemieanalyst Alexander Kachler vom Bankhaus Merck Finck. Die Zahlen bestätigten seine positive Einschätzung des Konzerns vor dem Hintergrund gestiegener Rohstoffpreise und dem harten wirtschaftlichen Umfeld. "Dies sind sehr gute Zahlen", sagte auch Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Es sei gut, dass das Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten einen Ausblick gebe.

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