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Das Tamagotchi kehrt zurückDPA-Datum: 2004-07-20 10:16:44

Hamburg (dpa) - Sie wollen liebkost werden, piepen aufdringlich, wenn ihnen der Magen knurrt und bekommen neuerdings auch Nachwuchs: die Tamagotchis sind zurück. Mit schrillem, knallbuntem Design will die japanische Spielzeugfirma Bandai sieben Jahre nach dem ersten Eierboom mit den Computerküken erneut den deutschen Markt erobern.

Hamburg (dpa) - Sie wollen liebkost werden, piepen aufdringlich, wenn ihnen der Magen knurrt und bekommen neuerdings auch Nachwuchs: die Tamagotchis sind zurück. Mit schrillem, knallbuntem Design will die japanische Spielzeugfirma Bandai sieben Jahre nach dem ersten Eierboom mit den Computerküken erneut den deutschen Markt erobern.

Zur Erinnerung: Das Tamagotchi ist eine Fantasie-Figur, die per Knopfdruck wächst, gefüttert werden will und auf den Topf muss. Kümmert sich der Besitzer zu wenig, stirbt das virtuelle Haustier. Braucht es Nahrung, Medizin oder einfach einen Ansprechpartner, erscheint im Display das jeweilige Signal dafür.

Die neue Tamagotchi-Generation - so preist der Hersteller die seit Anfang Juni auch in Deutschland erhältlichen Exemplare an - können noch mehr: Per Infrarotstelle finden sie jetzt Freunde, dürfen sich verlieben. Wer Pech bei der Partnerauswahl hat, dem hilft der Heiratsvermittler auf die Sprünge - fast wie im wahren Leben. Wer auf seine Frage «Allein?» mit «Ja» antwortet, dem übergibt er eine Tüte mit potenziellen Kandidaten.

Auch quengelige Babys werden im Kleincomputer gezeugt: Zwei Tamagotchis werden über Infrarotstelle miteinander verbunden. Auf Knopfdruck feiern sie Hochzeitsnacht. Das Display wird ganz Schwarz, anschließend hüpft ein Tamagotchi-Baby durchs Bild. Ist es erst einmal auf der Welt, müssen seine Eltern nach zwei Tagen sterben. «Es ist zwar traurig, dass eine Generation eingeht, aber in Computerspielen wird viel mehr gestorben», sagt Doreen Hanschk von der Nürnberger Bandai-Niederlassung. Die Zielgruppe des Spiels, die 10- bis 20-Jährigen, könnten sich testen, «ob sie zum Elternsein taugen».

Vor sieben Jahren gingen zwei Millionen Tamagotchis über deutsche Ladentheken. Forscher prophezeiten den Untergang des Abendlandes. Sie sahen das Sozialverhalten der Kinder gefährdet. Diese könnten womöglich nicht mehr zwischen Spiel und Realität unterscheiden. Doch sie irrten allesamt, das Tamagotchi-Fieber legte sich genauso schnell, wie es entflammt war.

Auch der Verkauf der neuen Tamagotchis begann wenig turbulent. Gerade einmal 1000 Stück verkaufte die Kaufhauskette Karstadt bundesweit in den ersten Tagen. «Der absolute Renner bei den Kindern sind momentan die Scoubidou-Bänder», erläutert Karstadt-Sprecher Michael Scheibe den schlechten Tamagotchi-Start. Aus den farbenfrohen Plastikschnüren lassen sich Schlüsselanhänger knüpfen und knoten. Die Konkurrenz könnte jedoch bald aus dem Rennen sein, denn Verbraucherschützer warnen mittlerweile vor dem unbedachten Gebrauch der Bänder, die durch Dämpfe Übelkeit bei den Kindern hervorrufen sollen. «Wir gehen davon aus, dass der richtige Ansturm auf die Tamagotchis erst noch kommen wird», sagt Scheibe.

«Die Welle des neuen Tamagotchi-Trends ist bei vielen Kindern - und auch bei Lehrern - noch gar nicht angekommen», stellt die Hamburger Schulpsychologin Renate Plan-Hübner fest. Wie damals, so sehen Experten auch heute keine Gefahr für die Entwicklung der Kinder. «Die Kinder können das gut einschätzen, dass das nichts mit der Realität zu tun hat», sagt Plan-Hübner.

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