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Das UMTS-Debakel

UMTS - das stand einmal für die schöne neue Welt der schnellen Datenübertragung und der bewegten Bilder auf dem Handy. Mittlerweile ist das Geschäft zu einem Milliardengrab geworden.

Wir müssen an dieser Stelle noch einmal auf das Schicksal von Hutchison Whampoa zurückkommen - leider. Das Konglomerat aus Hongkong hatte sich - wie an dieser Stelle im Oktober berichtet - mit großen Hoffnungen in das UMTS-Geschäft gestürzt.

Wir erinnern uns: die vier Buchstaben stehen für die schöne neue Welt bewegter Bilder auf dem Handy und für Datenübertragung. Die Abkürzung steht auch für milliardenteure Lizenzen. Und sonst stehen sie - wie der Fall Hutchison Whampoa nun belegt - für eine ziemlich große Blamage der gesamten Branche. Die ganz großen Netzbetreiber reden lieber nicht über UMTS. Handyhersteller sind auch schweigsam geworden, weil sie nicht oder nur mit großer Zeitverzögerung einige wenige Modelle liefern können - die dann oftmals nicht funktionieren. Freuen können sich im Prinzip nur Hans Eichel & Co., weil sie Dank der vollkommen überteuerten Lizenzversteigerungserlöse es wenigstens einmal zu einem ausgeglichenen Haushalt gebracht haben.

Zurück zu Hutchison: Der Konzern muss - das hat er jetzt angekündigt - weitere zwei Milliarden Euro investieren, um überhaupt im Spiel zu bleiben. Insgesamt hat UMTS das Unternehmen schon 20 Milliarden Euro gekostet. Rückzahlung und Rendite ungewiss. Diese Erfahrung zeigt, wie es auch bei den anderen Netzbetreibern bestellt sein muss - nur die reden kaum darüber. Und es zeigt auch, wie falsch die Versteigerung der Lizenzen volkswirtschaftlich war. Der Staat hat zwar eine schnelle Mark gemacht - aber er hat damit zugleich einer Wachstumsbranche einen Mühlstein an den Hals gehängt und damit am Ende die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindert.

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