Das Vergnügen ist nicht ganz billig
Paddeln bei Patriziern

Hamburgs Stadtlandschaft um die Alster lässt sich am schönsten per Boot erkunden. Die Serenissima lässt grüßen, mitten in Hamburg, wo vom belebten Alsterfluss ein schmaler Stichkanal zum stillen Mühlenteich führt.

Verwundert reibt man sich die Augen, wähnt sich in einer anderen Stadt: Am Bootshaus ist eine Gondel verankert - in düsterem Schwarz und mit dem unverkennbaren Metallbeschlag am Bug. Die Serenissima lässt grüßen, mitten in Hamburg, wo vom belebten Alsterfluss ein schmaler Stichkanal zum stillen Mühlenteich führt

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Gondelbesitzerin Ina Mierig, gelernte Bootsbauerin, hat sich in Venedig zur Gondoliera ausbilden lassen, um nun in heimischen Gewässern Hochzeitspaaren und Donna-Leone- Fans ungewohnte Wasserfreuden bieten zu können. Das Vergnügen ist freilich mit einem Stundensatz ab 130 Euro aufwärts erheblich teurer als ein Kanu oder Kajak, das man sich für rund 8 bis 9 Euro pro Stunde leihen kann, um damit die Wasser- und Stadtlandschaft zu erkunden. Mit der verlockenden Aussicht, nicht nur ungewohnte Einblicke in das Gartenleben der Patrizier zu bekommen, sondern nach ein paar Stunden paddeln auch einen leichten Muskelkater. Aber der ist den Spaß und das Erlebnis, Hamburg mal ein wenig anders zu entdecken, allemal wert.

Wer hier am Bootshaus Barmeier seine Tour beginnt, kann gleich unter einer der unzähligen Brücken hindurchfahren (angeblich mehr als in Venedig) und ein bisschen auf dem Mühlenteich herumschippern. Was ein Riesenvergnügen macht, aber ökologisch nicht ganz korrekt ist: Der Teich ist nämlich offiziell den Wasservögeln vorbehalten, Enten und Schwänen, Wildgänsen und Haubentauchern.

Der Uferweg ist nach dem wohlbegüterten Bankier Salomon Heine benannt. Dem bescheinigte sein Neffe Heinrich Heine - der Dichter- und Spötterfürst - "die ganze Anmut einer Preisliste, die Liebenswürdigkeit einer Rechnung, ja die Artigkeit eines Frachtbriefes", nahm aber gern die Schecks des Onkels und ließ es sich gut sein in der Stadt, die ihren Reichtum genießt, aber nur selten damit protzt.

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