Das Vermächtnis des Martin Luther King
Traum und Wirklichkeit

5 000 Worte in 37 Minuten

Anlass

Barack Obama, US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, reagierte vor einer Woche mit seiner Rede der 5 000 Worte in Philadelphia auf umstrittene Äußerungen seines Pastors und Mentors Jeremiah Wright. Dieser hatte zu den Anschlägen vom 11. September gesagt: „Wir haben Hiroshima und Nagasaki bombardiert und viele mehr getötet als die Tausende in New York, das war uns egal.“

Und weiter: „Wir haben Staatsterrorismus gegen die Palästinenser und die schwarzen Südafrikaner unterstützt, jetzt kommt das, was wir in Übersee getan haben, zu uns zurück.“ Auch legt Wright in Predigten nahe, die US-Regierung gebe Schwarzen Drogen, stecke sie ins Gefängnis und infiziere sie absichtlich mit Aids. Nach Einschätzung vonMeinungsforschern haben diese Aussagen zuletzt Obamas Umfragewerte sinken lassen.

Inhalt

Obama hat seine 37-Minuten-Rede mit dem Satz „A more perfect Union“ überschrieben. Dieser stammt aus einem Vorwort des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln zur Verfassung, der damit gegen die Teilung der USA in Nord- und Südstaaten eintrat. Obama distanzierte sich in seiner Rede von den Hasstiraden seines Pastors und analysierte die Probleme zwischen Schwarzen und Weißen im Umgang miteinander.

„Der Weg zu bürgerlicher Gleichheit und friedlichem Nebeneinander zwischen den Rassen ist noch lange nicht beendet.“ Deshalb dürfe die Rassenfrage nicht ignoriert und nicht verdrängt werden. Noch immer seien schwarze Amerikaner in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Dagegen glaubten Weiße, keine Privilegien zu haben. Obama: „Wut und Bitterkeit der Rassentrennung bestehen noch.“

 Barack Obama: 'A More Perfect Union' (Full Speech)

Wirkung

Kommentatoren und Zuhörer vergleichen Obamas Ansprache mit den besten Reden in der Geschichte der USA, mit Reden von Lincoln, John F. Kennedy und Martin Luther King.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
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