Das Vertrauen der Anleger ist steigerbar
Informationspolitik am Neuen Markt unzureichend

Die Informationspolitik vieler am Neuen Markt gelisteter Unternehmen ist einer Studie zufolge unzureichend und verbaut damit die Chance auf eine positive Wahrnehmung der Gesellschaft durch Investoren.

rtr FRANKFURT. "Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Bereich Investor Relations erheblicher Verbesserungsbedarf besteht", sagte Roland Pruss, Leiter IPO-Beratung bei PricewaterhouseCoopers, bei der Präsentation der zusammen mit Wolff & Häcker-Finanzconsulting erstellten Untersuchung am Mittwoch in Frankfurt. Die Firmen bräuchten eine fokussierte Investor Relation (IR) Strategie, die auf die Bedürfnisse der Finanzmarktteilnehmer eingehe. Unverzichtbar seien fundierte operative Geschäftszahlen und aussagekräftige Plandaten.

Viele am Neuen Markt gelisteten Gesellschaften hätten ihre fundamentalen Rahmendaten in den vergangenen Monaten verbessert. Dennoch sei es nicht zu entsprechenden Kursreaktionen gekommen. "Investor Relation als Marketingmaßnahme funktioniert nicht mehr", sagte Hendrik Wolff, Vorstand bei Wolff & Häcker.

Qualität der Ad-hoc-Mitteilungen wurde besonders bemängelt

Entsprechend der Untersuchung herrscht zwischen Investoren und Unternehmen eine deutliche Diskrepanz in der Bewertung der Arbeit der IR-Abteilungen. Während 76 % der befragten Unternehmen die Akzeptanz ihrer IR-Arbeit als zumindest "eher hoch" einschätzten, teilten nur 36 % der Fondsmanager und Analysten diese Meinung. Besonders bemängelt wurden demnach die Qualität der Ad-hoc-Mitteilungen, die Bearbeitung von Anfragen an die IR-Abteilungen und IR im Internet.

Hinsichtlich der Informationsversorgung fehlten den befragten Fondsmanagern und Analysten häufig fundamentale Daten und Kennzahlen. Besonders unzufrieden äußerten sie sich zur Transparenz finanzieller Risiken, zur Darstellung der Wettbewerbssituation und zur Versorgung mit Zahlen zum aktuellen operativen Geschäft sowie zu zukünftigen Planungen. Gerade in diesen besonders kritisierten Maßnahmen lägen Chancen für Unternehmen, sich positiv abzugrenzen, hieß es in der Studie.

Das Vertrauen der Anleger ist steigerbar

Die Schwierigkeiten der Neue-Markt-Unternehmen bei der Kommunikation mit Analysten, Journalisten und Investoren basieren nach Einschätzung der beiden Beratungsgesellschaften PricewaterhouseCoopers und Wolff & Häckle oft auf einer fehlenden Investor-Relation-Strategie. Knapp 60 % der befragten Unternehmen hätten keine schriftlich fixierte IR-Strategie. Ohne Zieldefinition, Organisation und Budgetierung verliefen viele Anstrengungen im Sand, da falsche Zielgruppen angesprochen würden, und eine Erfolgskontrolle schwierig sei, hieß es. Insgesamt müssten die Neue-Markt-Unternehmen ihre Informationspolitik noch erheblich verbessern, um ein Vertrauen der Anleger wieder herzustellen und damit auch langfristig ihr Kurspotenzial zu steigern.

An den Befragungen zur Studie beteiligten sich den Angaben zufolge 72 Unternehmen des Neuen Marktes sowie 18 Fondsmanager und Analysten. Die Befragungen erfolgten im Frühjahr dieses Jahres.

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