Das virtuelle Arbeitsamt
Online gegen die Arbeitslosigkeit

Im Wandel von der Bundesanstalt für Arbeit (BA) hin zu einer Bundesagentur für Jobvermittlung setzen auch die Arbeitsämter künftig auf das Internet. Mit Hilfe einer von jedermann beschreibbaren Datenbank soll die Personalvermittlung künftig komplett in einem "Virtuellen Arbeitsamt" über das weltweite Netz laufen - jeden Tag, rund um die Uhr.

HB/dpa HANNOVER. Florian Gerster, Vorstandsvorsitzender der BA, stellte das Projekt auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover vor. "Der virtuelle Arbeitsmarkt führt zu mehr Beschäftigung und spart Kosten", sagte Gerster. Er erwartet die schnellere Besetzung offener Stellen und mehr Service für die Arbeitslosen: "Die Qualitätssicherung wird damit um Quantensprünge verbessert."

Bereits in 180 Arbeitsämtern gibt es nach Gersters Angaben Internetcenter, bis 2004 sollen insgesamt 13 000 Internet- Benutzerplätze eingerichtet werden. Allerdings richte sich das Projekt nicht nur an all jene, die selbstverständlich mit einem Computer umgehen können, betonte Gerster. "Das Arbeitsamt wird auch weiterhin bürgernah daherkommen, für alle, die keinen Computer haben." Dabei sollen sowohl die Angestellten in den Arbeitsämtern als auch eine telefonische Hotline helfen.

Auf eine zentrale Jobplattform werden sowohl Firmen als auch Bewerber Zugriff haben - nicht nur Jobs der BA, sondern auch der privaten Jobvermittler sollen dort angeboten werden. Geplant sei zudem, dass ein elektronischer Jobagent das gesamte Angebot in regelmäßigen Abständen durchpflügt und Bewerber per E-mail oder SMS auf geeignete Stellen hinweist.

Der Zeitplan des Projekts ist ambitioniert: Bereits im Dezember 2003 soll das System für jedermann im Internet verfügbar sein. Bereits heute sind die Arbeitsämter mit ihren Jobbörsen im Internet - doch mit dem neuen Projekt soll der Dschungel Arbeitsmarkt gelichtet werden. "Wir wollen Impulsgeber sein, werden aber kein Privatunternehmer", sagte Gerster.

Die privaten Jobvermittler wie jobpilot.de oder monster.de sehen die Anstrengungen der BA mit gemischten Gefühlen. "Natürlich müssen alle Anstrengungen unternommen werden, den Menschen zu Jobs zu verhelfen", sagte Thorsten Abs, Leiter der Unternehmensentwicklung bei Jobpilot.de. Allerdings könne es nicht sein, dass den bereits bestehenden Jobbörsen mit Hilfe von Steuergeldern Konkurrenz gemacht werde. Abs sieht die BA in der Pflicht, den privaten Jobbörsen Kooperationsangebote zu machen. "Seit den Kick-Off-Gesprächen im Mai 2002 gab es keine Verhandlungen mehr."

Falk von Westarp, Marketingleiter bei Monster.de, sieht eine unterschiedliche Zielsetzung. "Unsere Hauptkunden sind die Unternehmen, die qualifizierte Mitarbeiter suchen, während das Hauptaugenmerk der BA auf der Vermittlung liegt." Das Internet sei bereits heute ein etablierter Bewerbungskanal. "Daher ist es grundsätzlich gut, dass die Bundesanstalt dort auch einsteigt."

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