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Das Warten geht weiter

Die Börsianer verlieren langsam die Geduld. Heute könnte endlich der Oberste Gerichtshof entscheiden, wer der nächste US-Präsident wird. Wenn das Gericht urteilt, dass die Nachzählungen in Florida nicht rechtsgültig sind, siegt der Republikaner George W. Bush.

Doch seit 35 Tagen warten die Amerikaner vergeblich auf ihren neuen Präsidenten. Wer weiß, ob gerade heute die endgültige Entscheidung fällt. Die Vorfreude auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA ist daher gedämpft. Zumindest gibt es keinen Impuls für den Markt. Nach der gestrigen Rally zeigen die Futures deutlich ins Minus. Einige Anleger dürfte die Gewinne von gestern heute mitnehmen.



Nachdem vergangene Woche bereits Intel, der größte Chiphersteller der Welt, die Anleger auf enttäuschende Quartalzahlen vorbereitete, ist es heute Advanced Micro Devices. Wie sehr die Nachricht den Chipsektor im Handel belasten wird, muss sich erst zeigen. Denn stimmen die Annahmen der Experten, nach denen negative Ereignisse bereits im Kurs enthalten seien, dürfte der Aktie nichts passieren. Intel hatte vergangene Woche Kursgewinne verbuchen können, nachdem das Unternehmen vor schlechten Geschäftszahlen gewarnt hatte.



Neben Advanced Mirco Devices warnten jedoch noch weitere Chiphersteller vor enttäuschenden Ergebnissen. Dallas Semiconductor und Microchip Technology konnten ihr Geschäftsergebnisse im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal ebenso wie Intel und Advanced Micro Devices voraussichtlich nicht steigern. Vorbörslich geht es für Advanced Micro Devices in die Verlustzone. Die Aktie von Texas Instruments, dem größten Hersteller von Chips für den Mobiltelefonsektor, verliert ebenfalls vor Handelsstart. Auch Doubleclick wird das gesteckte Umsatzziel im vierten Quartal nicht erreichen. Die größte US-Onlinewerbeagentur reduziert die Umsatzprognose auf 126 bis 129 Millionen Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal wären die Einnahmen damit um rund sieben Prozent zurück gegangen. Die Budgets der Unternehmen für Onlinewerbung und Onlineanzeigen schrumpfen.



Das bekommt auch DoubleClick in der Kasse zu spüren. Die rückläufige Entwicklung der Werbeausgaben der Unternehmen belastete bereits in den vergangenen Wochen die Aktien des Unterhaltungssektors als auch der Internetunternehmen wie Yahoo und Amazon. DoubleClicks Management hält jedoch weiterhin tapfer an der Prognose fest, Ende 2001 die Gewinnzone erreicht zu haben. Trotz der Warnung hat die Aktie vorbörslich Kursgewinne verbucht. Die Aktie ist im Jahresverlauf rund 90 Prozent eingestürzt.



Vor geringeren Gewinnen als ursprünglich warnt auch Honeywell seine Anleger. Der Mischkonzern, der von General Electric verkauft wird, erwartet ein schwächeres viertes Quartal. Auf Grund der Übernahme hat Honeywell den Verkauf von mehreren Geschäftszweigen abgeblasen, der dem Konzern zusätzliche Einnahmen bescheren sollte. Zudem verringerten höhere Energiekosten die Gewinnmargen.



Warnen musste auch Eastman Kodak. Der Fotokonzern prognostiziert ein geringeres Geschäftsergebnis für das vierte Quartal und das folgende Geschäftsjahr. Belastend wirken sich eine geringere Nachfrage nach Filmen aus. Auch bei den Aussichten schraubt das Management die Erwartungen zurück. Die abkühlende Konjunktur könne das zukünftige Ergebnis belasten. Bereits im Oktober hatte der Konzern die Anleger gewarnt.



Das Weihnachtsgeschäft ist zwar noch nicht vorbei, doch bislang verlief es sehr schwach. Der Einzelhändler Wal-Mart und die Kaufhauskette Sears sind mit ihren Verkaufszahlen im Dezember nicht zufrieden. Hoffnung setzen die Ketten nun auf das letzte Wochenende vor Weihnachten. Doch vorerst rutschen die Aktien vorbörslich ins Minus.

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