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Daschner will für Folterandrohung Rückendeckung gehabt haben

Der frühere Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner will für seine Folterdrohung gegen den Mörder des Bankierssohns Jakob von Metzler Rückendeckung aus dem hessischen Innenministerium gehabt haben.

dpa FRANKFURT/MAIN/WIESBADEN. Der frühere Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner will für seine Folterdrohung gegen den Mörder des Bankierssohns Jakob von Metzler Rückendeckung aus dem hessischen Innenministerium gehabt haben.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat Daschner gegenüber der Staatsanwaltschaft erstmals behauptet, dass er sich vor der Drohung gegen den Entführer des Elfjährigen im Wiesbadener Innenministerium rückversichert habe. Dort habe es geheißen: "Machen Sie das! Instrumente zeigen!" Der Sprecher des Wiesbadener Ministeriums, Michael Bußer, sagte dazu der dpa am Samstag: "Nach unserer Feststellung gibt es keine Hinweise darauf, dass sich Daschner im hessischen Innenministerium rückversichert hat."

Gegen Daschner und einen weiteren Polizisten beginnt am nächsten Donnerstag (18. November) vor dem Landgericht Frankfurt ein Prozess wegen Nötigung. Daschner hatte den Entführer und Mörder Markus Gäfgen in einem ersten Verhör am 1. Oktober 2002 mit Folter bedroht, um das Versteck des Opfers zu erfahren. Zu dem Zeitpunkt gingen die Ermittler davon aus, dass Jakob von Metzler noch lebte. Unter der Folterdrohung des Vernehmungsbeamten brach der damals 27 Jahre alte Jura-Student Gäfgen zusammen und führte die Polizei zum Versteck der Leiche.

Den Namen seines Gesprächspartners im hessischen Innenministerium hat Daschner laut "Spiegel" den Ermittlern nicht genannt. Nach Erhebung der Anklage war Daschner ins Innenministerium nach Wiesbaden versetzt worden. Das Verfahren gegen die beiden Polizisten hatte eine bundesweite Diskussion entfacht, ob Folter unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein könnte.

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