Daten für Donnerstag erwartet
Ökonomen erwarten Anstieg deutscher Produktion

Volkswirte rechnen für Juni gegenüber dem Vormonat mit einem Anstieg der Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland. Der Orderanstieg der Jahresanfangsmonate dürfte in die Produktion gelangt sein, erläutert Stefan Bielmeier von Global Markets Research (Deutsche Bank).

vwd FRANKFURT. Allerdings verweisen viele Experten auch darauf, dass es sich bei dem erwarteten Zuwachs um eine technische Gegenbewegung zum starken Mai-Rückgang handeln könnte. Im Mittel ihrer Prognosen rechnen Ökonomen mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem saisonbereinigten Rückgang um 3,2 Prozent binnen Jahresfrist.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) will die Juni-Daten am Donnerstag veröffentlichen. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank sank die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat saisonbereinigt um 4,5 Prozent. Ursprünglich hatte das BMF einen Erzeugungsrückgang um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gemeldet.

Hohe Zahl an Feiertagen im Mai

Bielmeier, der für Juni einen Produktionsanstieg von 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet, verweist darauf, dass sich die Erzeugung im Mai wegen der vielen Brückentage und Streiks insbesondere auf die Produktion im Investitionsgüterbereich negativ ausgewirkt habe. Daher sollte es im Juni zu einer positiven Gegenreation kommen, erläutert er. In den kommenden Monaten wird sich die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe seiner Ansicht nach leicht positiv entwickeln. Ebenso wie bei den Auftragseingängen bleibe auch bei der Produktion der positive Trend intakt, meint er.

Die Volkswirte der Commerzbank erwarten ebenfalls einen Anstieg der Erzeugung im Juni. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland habe im Mai unter der ungewöhnlich hohen Zahl an Feiertagen gelitten, erläutern sie. Auf den Juni seien hingegen keine Feiertag gefallen. Schon aus diesem Grund sollte es zu einer deutlichen Produktionsausweitung gekommen sein. Darüber hinaus spreche der Anstieg der Auftragseingänge in den vergangenen Monaten für eine Produktionszunahme.

Etwas pessimistischer schätzt Bernd Weidensteiner von der DZ Bank die Lage ein. Sein erwartetes Produktionsplus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat begründet er wie seine Kollegen in erster Linie mit einer technischen Reaktion. Diese Gegenbewegung sei nach den Streiks und vielen Feiertagen im Mai zu erwarten. Daher sollte ein Anstieg der Erzeugung im Juni nicht als "Vorbote eines Aufschwungs" interpretiert werden, mahnt er. Vielmehr sei auch in der zweiten Jahreshälfte noch mit einem verhaltenen Wachstum bei der Erzeugung zu rechnen.

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