Daten für Februar: ZEW-Konjunkturbarometer überraschend gestiegen

Daten für Februar
ZEW-Konjunkturbarometer überraschend gestiegen

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich im Februar einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge erneut überraschend etwas verbessert. Allerdings signalisiert der Indikator nach Ansicht von Experten dennoch nur ein schwaches Wirtschaftswachstum in diesem Jahr.

Reuters BERLIN. Der vom ZEW ermittelte Saldo der Konjunkturerwartungen der befragten Analysten und institutionellen Anleger sei auf 15,0 Punkte von 14,0 Zählern im Januar gestiegen, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit. "Die Lage bleibt weiterhin labil, wir bewegen uns zwischen Hoffen und Bangen", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Bankenvolkswirte verwiesen auf das immer noch niedrige Niveau des Indikators. Eine Trendwende sei daraus noch nicht abzulesen.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 8,8 Punkte gerechnet. Dem ZEW zufolge weist der Indikator allerdings nur auf ein schwaches Wachstum in Deutschland im zweiten Halbjahr hin. Das Stimmungsbarometer für die Euro-Zone sank den ZEW-Angaben zufolge auf 28,7 Zähler nach 29,9 Punkten im Januar. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die ZEW-Daten.

Im vergangenen Monat war das ZEW-Konjunkturbarometer für Deutschland überraschend erstmals seit sieben Monaten wieder gestiegen und hatte damit ebenso wie der geringfügige Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes wenige Tage später die Hoffnung auf eine konjunkturelle Trendwende aufkeimen lassen. "Ich würde aus diesen Zahlen noch keine Trendwende ableiten", kommentierte Gerd Haßel von der ING BHF-Bank den Februar-Wert. Im langfristigen Durchschnitt sei der Wert immer noch schlecht. Beim deutschen Wirtschaftswachstum sei derzeit auch für den weiteren Jahresverlauf keine Dynamik zu erkennen. "Wir erwarten für 2003 wie im vergangenen Jahr ein Wachstum von 0,2 %", sagte Haßel.

Während die Bundesregierung mit einem Wachstum von einem Prozent in diesem Jahr rechnet, sind viele Volkswirte und Wirtschaftsverbände pessimistischer. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) senkte am Dienstag seine Wachstumsprognose für Deutschland und geht nun nur noch von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung aus. Dabei verwies der DIHK darauf, dass lediglich der Export die Deutsche Wirtschaft stütze. Sollte sich der Irak-Konflikt länger hinziehen, drohe Deutschland eine Rezession. Bereits im vergangenen Jahr verhinderte lediglich das stabile Wachstum der Exporte einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

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