Datenspeicher kann 45 Stunden TV-Programme aufnehmen
Quelle stattet Fernseher mit einer Festplatte aus

Als Weltneuheit preist der Versender Quelle aus Fürth in seinem Katalog ein TV-Gerät, das dank einer eingebauten Festplatte und eines intelligenten Programmierdienstes die Funktion eines Videorekorders übernimmt. Und nicht nur das: Laufende Sendungen lassen sich per Knopfdruck anhalten und zu jedem beliebigen Zeitpunkt weiter ansehen - egal ob während eines kurzen Telefonanrufs oder einer längeren Unterbrechung.

MÜNCHEN. Der Fernseher nimmt das jeweils eingestellte TV-Programm immer auf, so dass man auch zurück an den Anfang einer Sendung spulen kann. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, minutenweise zu springen: So kommt man bei einer Aufzeichnung schnell über Werbeblöcke hinweg.

Bis zu 45 Stunden Fernsehprogramm können im Gerät per Knopfdruck aufgerufen werden. Was dauerhaft archiviert werden soll, kann auf einen Videorecorder überspielt werden. Die Steuerung der Aufzeichnung und die Programminformationen stammen vom Dienst TVTV der Münchner Fast TV Server AG. Sie werden zusammen mit dem Signal von Kabel 1 übertragen und kommen in den Fernseher, ohne dass zusätzliche Verbindungen, etwa zum Internet, nötig wären. Eine Aufnahmehilfe namens Guido sorgt dafür, dass Serien oder Shows zuverlässig registriert werden, auch wenn die Anfangszeiten variieren. Dank eines zweiten Empfangsteils erfolgt die Aufnahme im Hintergrund - unabhängig von dem Programm, das gerade angeschaut wird.

Bisher gab es Festplattenvideorekorder nur als separate Geräte, meist in Verbindung mit einem digitalen Satelliten-Tuner. Das hat den Vorteil, dass die Sendungen ohne nochmalige Wandlung und ohne Qualitätsverlust direkt gespeichert werden. Solche Geräte sind jedoch nicht für den Empfang von Fernsehen per Kabel geeignet. Das Gerät von Quelle dagegen bietet die vollen Funktionen nur bei Kabelempfang. Wer einen Sat-Receiver besitzt, kann die Programmierung nur eingeschränkt nutzen.

Im Test hat sich gezeigt, dass die Bildqualität bei voller Ausnutzung der Festplattenkapazität eher bescheiden ist, weil das Signal stark komprimiert wird. Wer beste TV-Qualität wünscht, sollte auf die Kompression verzichten, kann aber dann nur noch rund zehn Stunden Programm aufnehmen. Doch die Lösung dieses Problems ist absehbar: Die Festplatte, heute 40 Gigabyte groß, lässt sich austauschen. Schon in rund zwei Jahren werden Speicher mit fünffacher Kapazität erwartet, die dann bei perfekten Bildern mehr Spielzeit bieten als heute die niedrigste Qualitätsstufe.

Eine Weltpremiere ist der Quelle-Fernseher jedoch nicht: Schon vor mehr als einem Jahr haben Panasonic und JVC in Japan solche Geräte präsentiert. Bei Grundig soll es die Möglichkeit geben, das Spitzenmodell Lenaro ebenfalls mit einer Festplatte aufzurüsten. Das entsprechende Modul ist aber noch nicht lieferbar.

Einzigartig bei dem Quelle-Produkt, das wie alle Universum-Fernseher bei Vestel im türkischen Izmir gefertigt wird, ist der Preis. Für 999 Euro erhält man auch in Japan keine TV-Festplattenkombination. Und auch die Satelliten-Receiver mit Festplatte sind teurer.

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