Datenübertragungsdienste werden ab Juni zusätzlich angeboten
Iridium Satellite nimmt Telekommunikationsdienste wieder auf

Iridium, der Ferngesprächsdienst über Satellitentelefone soll jetzt nach langer Unterbrechung wieder anlaufen. Dan Colussy, Chef der neuen Betreiberin Iridium Satellite LLC, will mit einem kostengünstigen und benutzerfreundlichen Dienst Kunden anlocken, die in abgelegenen Gebieten leben und arbeiten.

dpa/vwd WASHINGTON. Das Satellitenkommunikationssystem Iridium nimmt nach einer langen Unterbrechung seinen Dienst wieder auf. Dies hat die Iridium Satellite LLC, die jetzige Betreiberin des riesigen Satellitensystems, am Mittwoch bekannt gegeben. Die Gesellschaft hatte das Iridium-System mit seinen insgesamt 72 Satelliten im Weltall nach dem Konkurs für nur 25 Mill. Dollar gekauft. Es hatte die amerikanische Motorola-Gruppe und die Investoren der ursprünglichen Iridium-Gesellschaft insgesamt 5 Mrd. Dollar an Gesamtinvestitionen gekostet. Der riesige Schuldenberg, hohe Benutzergebühren und unzureichende Kundenzahlen hatten zum Zusammenbruch geführt.

Der damalige Mehrheitseigentümer Motorola Inc, Schaumburg hatte sogar den geregelten Absturz der 73 Iridium-Satelliten erwogen. Schließlich wurde das System jedoch im Oktober 2000 von Boeing Co, Seattle, übernommen und dadurch der Weiterbestand gesichert. Der Ferngesprächsdienst über die Satellitentelefone soll jetzt nach dreimonativer Systemprüfung wieder anlaufen. Ab Juni sollen auch Datenübertragungsdienste angeboten werden. Dazu gehören Wählzugangsdienste und der direkte Internet-Zugang über Satelliten-Handy. Im weiteren Verlauf dieses Jahres werden voraussichtlich auch Kurzmitteilungsdienste verfügbar sein.

Mit den Handys des Iridium-Systems kann auch in sehr abgelegenen Gebieten telefoniert werden, die von herkömmlichen Mobilfunksystemen nicht versorgt werden können. Jetzt richtet sich die neue Iridium-Gesellschaft an Reedereien, Fluggesellschaften, Bergwerks-, Öl- und Erdgas-, Bau- und Forstwirtschaftsunternehmen, die in abgelegenen Gebieten operieren. Das US-Verteidigungsministerium ist bereits Großkunde. Iridium-Chef Dan Colussy will mit einem kostengünstigen und benutzerfreundlichen Dienst die Kunden anlocken. Eine Minute Nutzung soll nicht mehr als 1,50 Dollar kosten. Der geschätzte Einzelhandelspreis für ein Gerät der Satellite Series 9 500 wird bei rund 1 000 Dollar liegen. Die kleineren und leichteren Geräte der Satellite Series 9 505 werden rund 1 500 Dollar kosten.

Derzeit hat Iridium den Angaben zufolge Verträge mit 13 Service-Providern abgeschlossen, die für die weltweite Vermarktung des Leistungsangebots sorgen sollen. Die Auslieferung von datendienstfähigen Motorola-Satellitentelefonen an die Provider habe begonnen.

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