Dauer des Aufschwungs fraglich
Dax-Ausblick: Psychologie schlägt Daten

Einige Marktbeobachter halten Aktien bereits wieder für ambitioniert bewertet und raten zu Gewinnmitnahmen. Doch die Kombination aus niedrigen Zinsen und hoher Liquidität könnte auch weiterhin die Aktienmärkte deutlich nach oben führen.

HB DÜSSELDORF. Die Experten der Commerzbank sehen die Aktienmärkte zurzeit mehr von psychologischen Einflüssen als von fundamentalen Daten bestimmt. Positiv auf die Kurse wirkten sich auch die zuletzt veröffentlichten Unternehmenszahlen von Siemens und Vodafone aus. Im gesamten Telekommunikationsbereich, insbesondere beim Mobilfunk, werden deutliche Gewinne erzielt. Auf der anderen Seite würden die enttäuschenden Ergebnisse von Infineon ignoriert und sogar noch mit verstärktem Kaufinteresse belohnt, heißt es.

In nächster Zeit könnte sich die Kombination aus niedrigen Zinsen und hoher Liquidität einerseits sowie eine allmähliche Besserung der Unternehmensnachrichten andererseits zum wichtigen Antriebsmotor der Aktienmärkte entwickeln und die Kurse zum Jahresende deutlich nach führen.

Die Commerzbank rät privaten Anlegern nach wie vor zu Käufen von AOL Time Warner und Daimler-Chrysler.

Am Rentenmarkt rechnen die Frankfurter in den nächsten Wochen eher mit weiter fallenden Kursen. Für ein Engagement in festverzinsliche Wertpapiere spreche jedoch gleichzeitig, dass die volkswirtschaftlichen Daten derzeit noch keine Anzeichen für eine Konjunkturerholung lieferten, heißt es. Vor diesem Hintergrund blieben für Anleger Pfandbriefe und Unternehmensanleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten interessant.

Weitere Termine

Am Montag berichten ACG und Intertainment, Dienstag Epcos, Karstadt-Quelle, Credit Suisse und TotalElfFina, zudem gibt es die US-Frühindikatoren für Oktober. Mittwoch wird der ifo-Geschäftsklima-Index veröffentlich, zudem gibt es Ergebnisse von Altana, MAN, Douglas Holding, Heidelberger Zement AG, MG Technologies und ING. Donnerstag stehen das deutsche Bruttoinlandsprodukt auf der Tagesordnung, die Sitzung des EZB-Rates sowie Ergebnisse von RWE, BHF-Bank, Fortis und der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer. Aus den USA werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.

Analysten rechnen bei Epcos mit roten Zahlen

Die Epcos AG, die am kommenden Dienstag aktuelle Zahlen vorlegt, wird nach Ansicht von Analysten einen Nettoverlust zwischen 22 und 38 Mill. Euro ausweisen. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller passiver elektronischer Bauelemente noch einen Gewinn von 82,1 Mill. ? erwirtschaftet. Abzüglich einmaliger Restrukturierungsaufwendungen gehen die Analysten aber von einem positiven Nettoergebnis im vierten Quartal bei der Siemens-Tochter aus. Zuzüglich von Sonderaufwendungen für Stellenkürzungen und die Verlagerung von Produktionsstätten in Deutschland und Österreich in Billiglohnländer werde das Unternehmen aber in die roten Zahlen rutschen.

Epcos hatte in den vergangenen Monaten vor allem unter der schlechten Marktentwicklung in der Telekommunikations- und IT-Branche gelitten. "Wir glauben jedoch, dass Epcos das Schlimmste hinter sich hat", sagte Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co.

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