Dauerpatient erleidet weiteren Rückfall
Neuer Markt eröffnet schwächer

Der "Patient" Neuer Markt hat am Donnerstag einen weiteren Rückfall erlitten. Bereits zehn Minuten nach Handelsbeginn lag der Nemax 50 mit 2,83 % auf 1 520,65Punkte in der Verlustzone. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share büßte 1,92 % auf 1 693,31Zähler ein.

dpa-afx FRANKFURT. Nach den deutlichen Verlusten, die der Neue Markt am Mittwoch verzeichnen musste, belasteten schlechte Vorgaben aus den USA den heutigen Handelstag zusätzlich. Denn auch die technologieorientierte Nasdaq verbuchte Abschläge. Der technologieorientierte Nasdaq Composite-Index verlor 6,00 % auf 1 853,92 Punkte.

Größter Verlierer in den ersten Handelsminuten im Nemax 50 war Evotec mit einem Abschlag von 20,51 % auf 15,50 ?. Das Unternehmen wird an diesem Donnerstag seine Bilanz vorstellen. Zudem war am Mittwoch eine Zusammenarbeit bei der Suche nach neuen Wirkstoffen für die Therapie von Herzkrankheiten mit dem Biotechnologie-Unternehmen MediGene bekannt geworden. MediGene büßte zum Handelsauftakt 9,05 % auf 21,00 ? ein.

Größter Gewinner im Nemax 50 war Primacom mit einem Zuwachs um 6,18 % auf 17,00 Euro. Das Unternehmen wird mit United Pan-Europe Communications N.V. (UPC) die deutschen Kabelgeschäfte zusammen legen. Dadurch wird Primacom der drittgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland mit einem Kundenstamm von rund 1,6 Mill. Teilnehmern.

Adva auf Talfahrt

Die Telegate AG verteuerte sich um 1,15 % auf 22,90 Euro nach Vorlage der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Bei der Service-Auskunft stieg der Umsatz deutlich an, allerdings musste das Münchner Unternehmen auch einen Jahresfehlbetrag von 16,2 Mill. DM ausweisen. Ein Jahr zuvor war hier noch ein Überschuss erzielt worden. Am Mittwoch beendete die telegate mit einem Verlust von über 19 % den Handel.

Weiter auf Talfahrt auch der Kurs der Adva AG. Nach einem Abschlag von über 20 % am Vortag, verlor die Aktie bislang 2,42 % auf 8,05 Euro. Auch die Biodata AG steht erneut unter Druck. Zum Handelsauftakt büßte der Wert 7,19 % auf 67,00 Euro ein - bereits am Mittwoch hatte der Verlust die 20-%-Marke überschritten.

Ähnlich sieht es bei Pixelpark aus. Nach einem gestrigen Verlust von über 23 % ist auch am Donnerstag der Verlust bereits im zweistelligen Bereich: Minus 12,34 % auf 4,83 Euro - ein neues 52-Wochen-Verlaufstief. Auch die Brokat AG konnte bislang die Talfahrt nicht stoppen. Mit einem Abschlag von 8,64 % auf 9,09 Euro rutschte der Wert weiter ab. Phasenweise war die Aktie sogar nur noch 8,87 Euro wert - auch diese ein neues 52-Wochen-Tief. Das 52-Hoch bei Brokat liegt übrigens bei 155,00 Euro.

Für negative Schlagzeilen sorgte die F.A.M.E. AG , denn das Medienunternehmen muss sein Ergebnis für das Jahr 2000 korrigieren. Statt einem geplanten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,6 Mill. DM werden es nur 600- bis 800.000 DM sein. Infolge von fehlerhaften Buchungen bei drei Filmprojekten und einem späteren Systemzusammenbruch in der Hauptbuchhaltung könne der endgültige Jahresabschluss erst Ende April vorliegen, teilte F.A.M.E. mit. Der Markt reagierte sofort, die Aktie verlor 19,02 % auf 2,81 Euro.

ADS mit Verlust

Einen Verlust von 4,39 % auf 5,45 Euro verbuchte die ADS System AG . Vorläufigen Zahlen zufolge belaufe sich das operative EBITDA auf minus 2,1 Mill. Euro - ein Jahr zuvor waren es noch plus 1,48 Mill. Euro gewesen. Das Ergebnis je Aktie rutschte von 0,47 auf 0,13 Euro.

Ebenfalls unter Druck die I Media AG-D . Zum Handelsauftakt verlor der Wert 6,45 % auf 4,35 Euro. Das E-Business Unternehmen hat für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Rekordumsatz verzeichnet. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen liege mit minus 17,5 Mill. DM im Plan, im kommenden Jahr solle der Breakeven erreicht werden.

Der Jenaer Labortechnikhersteller CyBio hat das britische Service- und Vertriebsunternehmen Combitech gekauft. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Die Aktie verlor nach dieser Nachricht 1,95 % auf 42,85 Euro.

Die Direkt Anlage Bank verlor in der ersten Handelsstunde 6,78 % auf 17,20 Euro, nachdem bereits am Vortag der Kurs um über 10 % nachgab. Phasenweise rutschte die Aktie an diesem Donnerstag sogar auf 17,00 Euro ab - ein neues 52-Wochen-Tief. Die Online-Bank hat auf Konzernebene im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 3,9 Mill. Euro verbucht. Der Gewinn vor Steuern habe bei 5,3 Mill. Euro gelegen, teilte das Unternehmen am Morgen mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%