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Daum applaudiert Rooney - Reals Albtraum zu Ende

Real Madrid feierte die Auferstehung gegen den AS Rom, doch Wayne Rooney stahl in einer magischen Champions-League-Nacht mit seinem Sensations-Debüt für Manchester United allen die Schau.

dpa HAMBURG. Real Madrid feierte die Auferstehung gegen den AS Rom, doch Wayne Rooney stahl in einer magischen Champions-League-Nacht mit seinem Sensations-Debüt für Manchester United allen die Schau.

Drei Monate nach seinem bei der Europameisterschaft erlittenen Fußbruch eroberte der 18-Jährige mit drei Toren zum 6:2 über Fenerbahce Istanbul die Herzen der Fans in Old Trafford im Sturm. Selbst Fenerbahce-Coach Christoph Daum applaudierte dem bulligen Stürmer: "Das war eine unglaubliche Premiere, und er steht erst am Anfang. Vielleicht wird er der Spieler des Jahrhunderts."

Auch Manchesters Teamchef Sir Alex Ferguson suchte bei der Beurteilung des Erlebten nach Superlativen. "Ich habe schon viele Debüts gesehen, aber noch nie ein solch spektakuläres", sagte der 62-Jährige. Kein Wunder. Nach Recherchen des Boulevard-Blattes "The Sun" war der letzte Manu-Spieler, dem bei seinem Debüt drei Tore gelangen, ein gewisser Charlie Sagar im Jahr 1905.

"Jeder hat das Potenzial des Jungen gesehen, und es ist noch nicht ausgeschöpft. Er kann nur noch besser werden", prophezeite Ferguson, der Rooney trotz Ermüdungserscheinungen bis zum Schlusspfiff durchspielen ließ, die Fortsetzung der Blitzkarriere. Vor knapp zwei Jahren hatte Rooney als 16-Jähriger sein erstes Tor in der Premier League erzielt, vier Monate später wurde er mit 17 Jahren und 111 Tagen Englands jüngster Nationalspieler. Bei der EM in Portugal trumpfte er mit vier Treffern auf, ehe ihn im Viertelfinale gegen Portugal das Verletzungspech und England das EM-Aus ereilte.

24 Stunden nach der Gewinnwarnung, mit der Manchester United an der Börse die Anleger überrascht und einen Kursrutsch ausgelöst hatte, war Rooneys Saisondebüt auch ein Signal, dass die im Sommer an den FC Everton überwiesenen 37,5 Mill. Euro sinnvoll angelegt sind. "Das ist vielleicht die beste Mannschaft, die wir jemals hatten", zeichnete Ferguson rosige Aussichten.

Bei Real Madrid hat immerhin die Schwarzmalerei nach dem 4:2 gegen den AS Rom vorerst ein Ende. "Raul schießt die Galaktischen wieder in die Umlaufbahn", kommentierte die Sport-Zeitung "Marca" den 4:2-Krimi gegen die Italiener, die bei einer 2:0-Führung im ersten Spiel nach Rudi Völler die Sensation witterten. "Das war das perfekte Drehbuch, um unsere Fans zurückzugewinnen", jubelte der neue Trainer Garcia Remon. Auch die Zeitung "As" schrieb von einer Initialzündung: "Der Tag, an dem der Wind sich drehte - Der Albtraum ist zu Ende."

Nicht so für die Römer, die sich um den Sieg betrogen fühlten. Tatsächlich ging dem 1:2 durch Raul in der 39. Minute eine Fehlentscheidung von Walentin Iwanow voraus, weil der Russe nach einem falschen Einwurf von Zinedine Zidane die Aktion wiederholen ließ, anstatt den Ball Rom zuzusprechen. Und auch beim Elfmeter zum 2:2, als Raul nach einem Schubser zu Boden ging, protestierten die Italiener vergebens. Als Raul mit seinem zweiten Treffer (72.) Real in Führung schoss und Roberto Carlos mit einem Kunstschuss (79.) das 4:2 erzielte, war die Welt in Madrid wieder in Ordnung.

Mit nunmehr 47 Toren hat Raul den legendären Eusebio (46) als zweiterfolgreichsten Torschützen im Europacup der Landesmeister überholt. Niemand zweifelt in Madrid daran, dass er auch noch den führenden Alfredo di Stefano (49) übertreffen wird. Für Wayne Rooney hingegen ist es bis dahin noch ein sehr weiter Weg.

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