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Davenport siegt in Filderstadt - Mauresmo verletzt

Lindsay Davenport hat mit ihrem zweiten Turniersieg in Filderstadt kräftig am Thron von Tenniskönigin Amélie Mauresmo gesägt, allerdings von der Aufgabe der Französin profitiert.

dpa FILDERSTADT. Lindsay Davenport hat mit ihrem zweiten Turniersieg in Filderstadt kräftig am Thron von Tenniskönigin Amélie Mauresmo gesägt, allerdings von der Aufgabe der Französin profitiert.

Im Endspiel der mit 650 000 Dollar dotierten Veranstaltung im Schwäbischen setzte sich die 28-jährige Amerikanerin gegen ihre drei Jahre jüngere Rivalin durch. Nach einem 6:2 im ersten Satz musste die Weltranglistenerste nach 38 Minuten wegen einer Adduktorenverletzung passen. Davenport sieht nun gute Chancen, "dieses Jahr an der Spitze abzuschließen" und kann bereits in den nächsten Tagen den Machtwechsel vollziehen.

Für Mauresmo endete ihre erste Turnierwoche als Nummer eins mit einer herben Enttäuschung. Mit 4 395 Punkten liegt sie nur noch ganz knapp vor Davenport (4 380) und muss fürchten, beim Kremlin-Cup in Moskau abgelöst zu werden - wenn sie dort überhaupt antreten kann. "Es sind die Adduktoren", sagte sie nach dem Match. "Ich habe im dritten Spiel einen Stich gespürt, als ich schlagen wollte." Bei genaueren Untersuchungen soll nun geklärt werden, wie lange Mauresmo aussetzen muss. "Ein bis zwei Wochen", meinte sie und kämpfte mit den Tränen. "Vielleicht auch nur ein paar Tage."

Wenn die Olympia-Zweite im Halbfinale nicht die so schlagkräftige US-Open-Siegerin Swetlana Kusnetsowa (Russland) mit 7:5, 6:4 bezwungen hätte, dann hätte Davenport bereits mit einem Endspielerfolg zum ersten Mal seit 13. Januar 2002 wieder den Tennisthron besteigen können. Mauresmo war erst in Filderstadt von der WTA für ihre Spitzenposition, die sie seit dem 13. September inne hat, geehrt worden und sie hat so richtig Geschmack an ihrer neuen Rolle gefunden. "Es ist nicht so wichtig", wiegelte sie zwar ab, räumte aber im gleichen Satz ein: "Natürlich möchte ich die Nummer eins bleiben."

Nach Siegen in Berlin, Rom und Montreal verpasste Mauresmo ihren vierten Turniererfolg in diesem Jahr. Zu den sechs Mill. Dollar Preisgeld, die die Wahl-Genferin bisher in ihrer Karriere verdient hat, kamen noch 53 000 Dollar. Davenport erhielt 98 500 Dollar - oder wahlweise einen 355 PS starker Sportwagen des Sponsors Porsche für ihren 7. Gesamtsieg in diesem Jahr, dem 45. ihrer Laufbahn. Sie hat bereit über 18 Mill. eingespielt.

In Filderstadt erlebten die 3 000 Zuschauer, wie die an Nummer zwei gesetzte Olympiasiegerin von 1996 ihren Triumph von 2001 wiederholte. Damals hatte sie sich mit 7:5, 6:4 gegen Justine Henin (Belgien) durchgesetzt. Mauresmo musste sich bereits beim Stande von 1:3 behandeln und bandagieren lassen und konnte nur mit Mühe den ersten Satz zu Ende spielen.

Im Halbfinale hatte Davenport leichtes Spiel mit der zierlichen Russin Anastasia Myskina gehabt. Die vom Stuttgarter Jens Gerlach trainierte French-Open-Gewinnerin stand so neben sich, dass sie sich nach der 2:6, 4:6-Niederlage gegen die Amerikanerin auf deren Bank niederlassen wollte.

Davenport änderte nach ihrem Endspielsieg auch kurzerhand ihre Karrriereplanung. Ursprünglich wollte sie am Ende der Saison entscheiden, ob sie weitermacht. "Jetzt läuft es so gut, dass ich auf jeden Fall weiterspielen möchte", kündigte sie an. 2006 soll dann definitiv Schluss sein. Dann will die Kalifornierin mit ihrem Ehemann Jon Leach eine Familie gründen. Wann sie das letzte Mal ihre Schlägertasche packt, will sie jedoch nicht verraten. "Ich würde nie sagen, das ist mein letztes Turnier, sonst würde ich die ganze Zeit weinen."

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