Archiv
Daviscup-Chef Kühnen lobt gereiften Kiefer

Paris (dpa) - Die Mission von Patrik Kühnen bei den French Open in Paris ist bereits beendet. Der Daviscup-Kapitän sah wie bei den Australian Open im Januar alle sieben deutschen Herren schon vor der dritten Runde scheitern.

Paris (dpa) - Die Mission von Patrik Kühnen bei den French Open in Paris ist bereits beendet. Der Daviscup-Kapitän sah wie bei den Australian Open im Januar alle sieben deutschen Herren schon vor der dritten Runde scheitern.

Dennoch darf der 38-Jährige optimistisch Richtung Aufstiegsspiel gegen die Slowakei im September blicken. Aufsteiger Florian Mayer ist eine Option für Zukunft, und bei Nicolas Kiefer zeigt die Formkurve steil nach oben. Beim Zweitrunden-Aus gegen den Weltranglistenersten Roger Federer zeigte der Holzmindener das beste Sandplatz-Match seiner Karriere.

«Nicolas ist gereift», sagte Kühnen. «Mir hat trotz der Niederlage gegen Federer gefallen, wie er versucht hat, das Heft in die Hand zu nehmen, auch wenn es mal daneben geht.» Kiefer spielte aggressives Tennis wie in seinen besten Tagen, als er im Januar 2000 bis auf Position vier der Weltrangliste kletterte. «Seine Ansprache, seine Präsenz auf dem Platz ist viel besser. Kiwi muss emotional spielen, um gut zu spielen», meinte Kühnen.

Ein Grund für die Wandlung des in den letzten Jahren an sich selbst (ver-)zweifelnden Kiefer ist sein neuer Coach. «Ich bin froh, dass er in Thomas Hogstedt einen Trainer hat, der es versteht, seine Talente rauszukitzeln», sagte Kühnen. Kiefer, der wohl auch aus Trotz gegenüber seinen Kritikern zu lange an Farid Bentaous festgehalten hatte, sieht die seit einem halben Jahr laufende Zusammenarbeit mit dem ruhigen Schweden als «junge, frische Beziehung».

Sie trug in kürzester Zeit Früchte. Denn Anfang des Jahres stand der 26 Jahre alte Kiefer jeweils auf Hartplatz im Finale von Memphis und Scottsdale. «Ich weiß, dass mein aggressives Spiel der richtige Weg ist. Das steht jetzt wie eine Wand hinter mir. Ich kann nicht mehr zurück. Die Vergangenheit ist abgehakt.» Zurück blickt er nur noch kopfschüttelnd: «Mit den letzten Jahren kann man mich nicht mehr vergleichen. Da bin ich auf dem Platz rumgedackelt und wusste nicht, wo ich den Ball hinspielen sollte.»

Für Kühnen sind solche Erkenntnisse auch das Ergebnis langer Gespräche. Sein Sorgenkind ist inzwischen Rainer Schüttler, der in Paris die zehnte Auftaktpleite in diesem Jahr kassierte. «Er hat im vergangenen Jahr Unmenschliches geleistet. Man muss dem Spieler in so einer Situation dann auch den Mut geben, seinen Weg so weiter zu verfolgen, wie er das bisher getan hat», meinte Kühnen. Thomas Haas, der gegen Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero ausschied, sieht er auf einem guten Weg: «Dass es nach dem Sieg in Houston nicht so weitergeht, damit musste Tommy auch selbst rechnen. Es war eine sehr gute Bestandsaufnahme für ihn.»

Für eine Überraschung sorgte in Paris einmal mehr Florian Mayer, der in Runde eins den chilenischen Team-Weltmeister Fernando Gonzalez ausschaltete. «Das hat viele angenehm überrascht, mich auch. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen», sagte Kühnen, der sich zu einer möglichen Daviscup-Einladung noch nicht äußern wollte. «Man muss abwarten, was bis September passiert. Ich wünsche mir, dass er so weiter macht, dass er in Ruhe reifen und sich entwickeln kann.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%