Dax am Morgen zeitweise unter der 4 000-Punkte-Marke
Dax dreht nach Einbruch am Vormittag ins Plus

Vor Wiedereröffnung der US-Börsen am Montag scheint der Optimismus an der Frankfurter Börse zu überwiegen. Nach einem flauen Start zog der Leitindex DAX kräftig an und wandelte am Nachmittag seine Verluste in Gewinne um. Zusätzlichen Schwung bekam der Markt durch die überraschende Zinssenkung der US-Notenbank, die den entscheidenden Zinssatz für Tagesgeld um 0,5 Prozentpunkte auf 3 Prozent senkte.

dpa-afx FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex sprang danach 1,45 Prozent ins Plus auf 41 75,77 Zähler. In New York hatten die Börsen an der Wall Street wegen der Terroranschläge fast eine Woche lang geschlossen.

Nach den hohen Kursverlusten sei es natürlich, dass sich der Aktienmarkt wieder etwas beruhigt, sagte Stefan Eule von der SEB Bank. Hinzu komme der Aufruf in den USA, die Börsen zu stützen. Das wirke sich auch auf den heimischen Markt unterstützend aus. Angesichts befürchteter Kursstürze zur Wiedereröffnung der US-Börsen am Montag hatten viele Amerikaner in Internet-Foren zum Kauf von US-Aktien aufgerufen. "Stellt Euch vor, wie die Terroristen reagieren, wenn der Markt am Montag steigt. Das würde sie im Herzen treffen", hieß es beispielsweise.

US-Zinssenkung wirkte sich positiv aus

Positiv ausgewirkt habe sich auch die Zinssenkung der US-Notenbank Fed, sagte Eule. Die Fed hat den maßgeblichen Tagesgeldsatz von 3,5 Prozent auf 3,0 Prozent vermindert. Zudem verringerte die Fed auch ihren Diskontsatz um 0,50 Prozentpunkte von 3,0 Prozent auf 2,5 Prozent.

Auch wenn sich die Aktienmärkte etwas beruhigten, sei dies "noch keine Basis", sagte der SEB-Händler. "Man muss noch abwarten, wie sich der Aktienmarkt weiter entwickelt." Er rechnet mit einer Unterstützungslinie im Dax von 3 800 Punkten, während der Widerstand bei 4 450 Zählern liegen dürfte.

Dax am Morgen unter der Marke von 4 000-Punkten

Der Dax hatte am Vormittag bei 3983 Punkten den tiefsten Stand seit Oktober 1998 markiert. Bereits am Freitag hatten die deutschen Standardwerte aus Furcht der Anleger vor bevorstehenden Vergeltungsschlägen der USA und angedrohter Gegenmaßnahmen der Taliban-Regierung in Afghanistan mehr als sechs Prozent verloren. "Ein Test der nächsten charttechnischen Unterstützung bei 3810 Punkten aus dem Oktober 1998 ist nunmehr nicht mehr auszuschließen", hatte ein technischer Analyst am Morgen vermutet. Doch bis zum frühen Nachmittag kam dann alles anders.

Deutsche Telekom waren gegen 14.45 Uhr mit plus 7,40 Euro auf 15,68 Euro stärkster Dax-Wert. Der Bonner Konzern könnte die für das kommende Jahr geplanten Investitionen von 11,5 Mrd. Euro um mehr als 1 Mrd. Euro kürzen. Dies sagte Telekom-Chef Ron Sommer in einem ZeitungsInterview. So wolle das Unternehmen seine Ziele zur Kostensenkung erreichen.

Händlern zufolge ließ Siemens aus genau diesem Grund nach und verloren um 0,89 Prozent auf 42,24 Euro. "Wenn die Telekom ihre Investitionen zusammenstreicht, wird die Siemens-Gruppe dies ebenfalls spüren", sagte ein Börsianer. Schließlich sei die Deutsche Telekom ein Hauptkunde von Siemens.

Preussag kräftig unter Druck

Die Aktie des Tourismuskonzerns Preussag verlor 8,72 Prozent auf 23,14 Euro und war damit das Schlusslicht im DAX. Zeitweise notierte das Papier unter 23 Euro und damit auf einem Zwei-Jahres-Tief. Ein Sprecher begründete dies mit der "allgemein unsicheren Situation" nach den Terroranschlägen in den USA. Durch Zahlen sei der Kursverlust nicht erklärbar. Ein Analyst hingegen sagte, es sei noch nicht absehbar, ob das Reiseverhalten nach der Tragödie in den USA, ein bislang beliebtes Reiseziel, mittelfristig wieder auf das bisherige Niveau ansteigen werde. Der Analyst geht deshalb von negativen Einflüssen auf das Preussag-Resultat im Jahr 2001 aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%