Dax beendete den Handel 1,44 % höher auf 5 781,01 Punkten
Dax im Sog freundlicher US-Börsen fester

Die geplante Übernahme des britischen Versorgers Powergen durch die Düsseldorfer Eon AG hat am Montag Händlern zufolge das Geschehen am deutschen Aktienmarkt bestimmt.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien von Eon schlossen als größter Gewinner im Dax um 5,22 % höher auf 54,45 Euro, nachdem das Unternehmen die Powergen-Übernahme angekündigt und zugleich eine weitere Expansion sowie die mittelfristige Abgabe des Chemiegeschäfts in Aussicht gestellt hatte. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den Handel 1,44 % höher auf 5 781,01 Punkten. Händler führten die positive Stimmung des Gesamtmarktes neben den Kursgewinnen bei Eon auf eine Mitteilung des US-Online-Buchhändlers Amazon.com zurück, wonach das Unternehmen einen geringenen Quartalsverlust als Analysten erwartet.

"Amazon gibt dem Markt zwar Auftrieb, aber keiner weiß, ob die Stimmung auch anhält", sagte ein Händler in Frankfurt. Teilnehmer warteten auf die Veröffentlichung von weiteren Unternehmensdaten aus den USA sowie auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch, hieß es.

In den USA tendierten die Börsen kurz vor Börsenschluss in Frankfurt uneinheitlich. Während der Dow Jones-Index um seinen Vortagesschluss notierte, gab der Nasdaq-Composite-Index um 0,36 % auf 1 714 Punkte ab. Händler in den USA sagten, die positive Nachricht von Amazon werde durch schwächer tendierende Halbleiteraktien überschattet. Die US-Investmentbank Lehman Brothers hatte ihre Gewinnprognosen für einige schwergewichtige Technologiefirmen wie Intel zurückgeschraubt und damit die Stimmung am US-Markt gedämpft, hieß es.

Bei den deutschen Blue Chips standen die Titel von Eon im Rampenlicht. Der Versorger hatte am Morgen die Übernahme Powergens für umgerechnet rund 30 Mrd. DM angekündigt und zugleich eine weitere Expansion in Aussicht gestellt. Zudem wolle man sich mittelfristig von seinem zweiten Standbein, dem Chemiegeschäft, und somit von seiner Tochter Degussa trennen und sich ganz auf das Energiegeschäft konzentrieren.

Oliver Fischer, Analyst bei der SEB, bewertete die Trennung von Degussa positiv, da zum einen innerhalb des Versorgersektors ein enormer Wettbewerb hinsichtlich internationaler Expansion herrsche und eine Konzentration auf das Kerngeschäft Vorteile bringe. "Und natürlich sind auch die Zuflüsse aus dem Verkauf positiv zu sehen", fügte Fischer hinzu. Die Titel von Degussa fielen um 2,6 % auf 31,10 Euro.

Im Aufwind befanden sich die Titel der Chemieunternehmen Bayer und BASF mit Kurszuwächsen von 4,27 und 2,99 %. Händler führten den Zuwachs auf kursgünstige Eindeckungen der Anleger zurück. Händler begründeten den Kursanstieg bei Bayer zudem damit, dass das Unternehmen im Jahr 2002 sein in der Entwicklung stehendes Potenzmittel auf den Markt bringen wolle. Zudem plane Bayer sich im Zuge seiner Konzentration auf die Kerngeschäfte Gesundheit, Landwirtschaft, Polymere und Chemie von einem Folienunternehmen zu trennen, was der Aktie zusätzlichen Auftrieb verleihe, hieß es.

Am Neuen Markt schloss der alle Werte umfassende Nemax-All-Share um 1,39 % leichter auf 1514 Punkten, der Nemax 50 gab um 1,68 % auf 1361 Punkte nach.

Der MDax der Nebenwerte legte um 0,27 % zu.

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