Archiv
Dax dreht nach EZB-Zinsanhebung ins Plus

Epcos und SAP, die beide jeweils rund fünf Prozent zulegen konnten, profitierten von der freundlichen Tendenz an der US-Technologiebörse Nasdaq.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat sich am Donnerstag nach der Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Einklang mit den meisten anderen europäischen Handelsplätzen freundlich gezeigt. Lag das Börsenbarometer vor der Zinsanhebung noch leicht im Minus, notierte es am Nachmittag mit 7 246 Punkten 0,85 % fester als am Mittwoch. Da die EZB die Zinsen nicht, wie von einigen Marktteilnehmern erwartet, um 0,5 %punkte angehoben habe, bestehe nun kaum die Gefahr, dass die Konjunktur durch den Zinsschritt abgewürgt werde, sagte ein Händler. Der Dax wurde zudem durch freundliche Vorgaben der US-Börsen gestützt.

Die EZB hatte am Donnerstag angesichts verstärkter Inflationsrisiken die Leitzinsen zum fünften Mal in diesem Jahr angehoben. Der Schlüsselzins für die Euro-Zone wurde um 25 Basispunkte auf 4,50 % erhöht. Es sei unbedingt notwendig, den Inflationsdruck auf mittlere Sicht zu begrenzen, begründete die EZB ihren Schritt. Die Aussichten seien für das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone sehr günstig.

Auch Dow Jones im Plus

Üblicherweise belasten Zinsanhebungen die Kurse von Aktien, da sich für die Unternehmen dadurch die Kredite verteuern und sich die Gewinne deshalb verringern. Zudem werden durch höhere Zinsen andere Anlageformen wie etwa Anleihen für Investoren attraktiver, weil diese dann höhere Renditen abwerfen.

In den USA lag der Dow-Jones-Index am Donnerstagnachmittag mit 0,9 % im Plus bei 11 211 Zählern. Der Nasdaq - Composite-Index stieg um 1,46 % auf 4163 Zähler. Positiv wirkte sich unter anderem aus, dass die US-Industrieaufträge im Juli mit 7,5 % deutlicher gesunken waren als von Volkswirten erwartet. Die Zahlen deuteten nach Angaben von Händlern auf eine weitere Abschwächung der Wirtschaft hin und ließen es damit wahrscheinlicher werden, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht weiter anheben wird.

Unter den Dax-Werten gehörte Eon zu den größten Verlierern. Die Titel gaben 1,4 % auf 54,89 Euro nach. Im Tagesverlauf hatte es Gerüchte über eine bevorstehnde Fusion des Konzerns mit dem französisch-belgischen Mischkonzern Suez Lyonnaise des Eaux gegeben, die Eon nicht kommentieren wollte. Suez erklärte indes, man sei unter Bedingungen offen für Gespräche. Derzeit sei es für Spekulationen aber zu früh.

Epcos und SAP profitieren

Epcos und SAP, die beide jeweils rund fünf Prozent zulegen konnten, profitierten nach Angaben von Händlern von der freundlichen Tendenz an der US-Technologiebörse Nasdaq. Auch Siemens stiegen um zwei Prozent. Der Halbleiter-Hersteller Infineon gab indes um 0,5 % nach.

Ebenfalls zu den Gewinnern gehörten einige Bankentitel im Dax. Deutsche, Dresdner und HypoVereinsbank stiegen zwischen 0,3 und 2,2 % und profitierten nach Angaben von Händlern auch davon, dass die EZB die Zinsen nicht um 0,5 %punkte angehoben hatte. Commerzbank gaben indes 0,6 % nach.

Der MDax für die mittleren Werte lag am Nachmittag mit 4 881 Punkten 0,2 % im Minus. Hier standen die Titel des angeschlagenen Baukonzerns Philipp Holzmann im Mittelpunkt, die um 9,6 % auf 21,10 Euro stiegen. Der Konzern hatte am Donnerstag mitgeteilt, nach den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seinen positiven Geschäftstrend beschleunigt und Fortschritte bei der Restrukturierung gemacht zu haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%