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Dax erstmals seit Dezember 1999 unter 6000 Punkte

Breit angelegte Verkäufe am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag den Deutschen Aktienindex (Dax) erstmals seit Dezember 1999 unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten gedrückt.

Reuters FRANKFURT.Nach Einschätzung einiger Experten haben die deutschen Aktien dabei aber noch nicht die Talsohle erreicht. Von großer Bedeutung sei die Marke von 5800, da dort eine entscheidende Unterstützungslinie verlaufe, sagten Händler. Mit der zunächst freundlichen Eröffnung der Nasdaq zogen die Kurse zeitweise wieder etwas an. Der Dax notierte aber rund zweieinhalb Stunden nach US-Handelsbeginn mit 5935 Punkten mehr als 1,8 % schwächer auf einem 15-Monats-Tief. Am Neuen Markt stürzte der Nemax-50 für die 50 größten Titel am Neuen Markt zeitweise um mehr als sechs Prozent auf ein Rekordtief ab, erholte sich aber im Verlauf ein wenig.

"Mittelfristig befindet sich der Deutsche Aktienindex (Dax) in einem intakten Abwärtstrendkanal - also charttechnisch gesehen weiter auf dem Weg nach unten", sagte Stefan Schilbe, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Index liege weiter deutlich unter seinen durchschnittlichen Ständen der vergangenen 30, 100 und 200 Tage, was ein klares Signal dafür sei, dass der Markt immer weiter fallen werde. "In dem seit einem Jahr bestehenden Abwärtskanal hat der Markt eine Unterstüzungslinie bei 5800 Punkten", sagte Wilhelm Schmid, technischer Analyst bei der Hypovereinbank. "Ich denke, aber, dass der Markt stark überverkauft ist und der Pessimismus eingepreist ist. Zusammen mit dem gesamten Indikatorenbild, das wir haben, dürfte die Unterstützung halten." Unterhalb der Marke von 5800 Punkte sei die nächste Unterstützung bei 5700 Zählern, die vom Sommer 1999 stamme.

An den US-Börsen zeigte sich rund eine Stunde nach Handelseröffnung ein uneinheitliches Bild. Der Dow Jones-Index notierte bei 10 204 Punkten 0,7 % schwächer, während der Nasdaq-Composite-Index um mehr als 1,2 % zulegte und damit zunächst seine Talfahrt stoppte. Händler führten die Tendenz auf Zinsphantasien zurück. Marktteilnehmer gingen davon aus, dass die US-Notenbank Fed auf Grund von am Dienstag veröffentlichter rückläufiger Einzelhandelsumsätze bald die Zinsen senken werde.

Am deutschen Markt ragten Kursverluste bei Siemens hervor. Der Konzern hatte am Mittag mitgeteilt, er werde seine bisherigen Geschäftsprognosen nur dann erreichen, wenn er seine Computerchip-Tochter Infineon in die Rechnung nicht mit einbeziehe. Im Dezember hatte Siemens erklärt, die Prognosen gälten mit und ohne Infineon, die als Mehrheitsbeteiligung bei Siemens konsolidiert wird. Die Siemens-Aktie verlor 2,4 % auf 117,15 Euro. Infineon gewannen 1,17 % auf 37,18 Euro, was Händler damit begründeten, dass schlechte Nachrichten bei dem Wert schon eingepreist seien. Zudem legten die Titel von Halbleiterhersteller in den USA im frühen Geschäft zu.

Epcos und die Titel der Deutschen Telekom lagen ebenfalls im Aufwind. Epcos gewannen 0,3, die T-Aktie stieg um rund zwei Prozent. Händler führten den Anstieg bei der Telekom auf die wohl bevorstehende Abstimmung der Aktionäre des US-Mobilfunkers VoiceStream über die geplante Übernahme ihres Konzerns durch die Deutsche Telekom zurück.

Im Abwind lagen Versicherer- und Autowerte. Größter Verlierer waren die Titel von Metro mit einem Abschlag von 4,5 %. Der MDax gab 1,9 % ab.



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