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Dax fällt im Sog von Verkaufswelle bei Techwerten

Die deutschen Standardaktien haben am Mittwoch im Sog eines Rekordverlusts der Wachstumstitel am Neuen Markt schwach geschlossen. Der Dax schloss 2,5 % schwächer auf 6510,54 Punkten.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Standardaktien haben am Mittwoch im Sog eines Rekordverlusts der Wachstumstitel am Neuen Markt schwach geschlossen. Der Dax schloss 2,5 % schwächer auf 6510,54 Punkten. In Folge von Pessimismus bei Anlegern und Verkäufen durch Fondsgesellschaften verzeichnete der Nemax-50-Index der Schwergewichte am Neuen Markt den größten Punkteverlust aller Zeiten. Mit einem Minus von 269 Zählern entsprechend 7,83 % schloss er bei 3175,72 Punkten. Im Tagesverlauf hatte das Börsenbarometer ein Allzeit-Tief bei 3105 Zählern (minus rund zehn Prozent) markiert. Der alle Werte umfassende Nemax-Allshare gab 7,06 % auf 3058,63 Punkte ab, nachdem er zuvor ein neues Allzeit-Tief bei 3009 Punkten erreicht hatte.

Händler führten die Kursverluste auf Verkäufe bei Fonds und Privatanlegern zurück, die versuchten "zu retten, was zu retten ist". Zudem sorgte eine erneut deutlich negativ tendierende Nasdaq-Index für Verkaufslaune. In den USA notierten die maßgeblichen Indizes im Minus. Der Dow Jones-Index 30 führender Unternehmen lag am Abend (MEZ) 0,3 % tiefer auf 10462 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq notierte der Nasdaq-Composite-Index 2,37 % im Minus auf 2803 und hatte zuvor ein Jahrestief bei 2758 Punkten erreicht.

Einige Börsianer bezeichneten die Stimmung als "mies". Die Kurse befänden sich im freien Fall, und es sei auch wegen des ungewissen Ausgangs der Präsidentenwahl in den USA nicht absehbar, wann mit einer Bodenbildung im Dax und bei den Neue- Markt-Indizes zu rechnen sei. "Jetzt wird nur noch verkauft, bei uns wird schon auf neue Tiefststände am Neuen Markt gewettet", sagte ein Händler.

Börsianer in den USA sagten, nachdem der republikanische Kandidat für das Vize-Präsidentenamt Dick Cheney wegen Schmerzen in der Brust ins Krankenhaus eingeliefert wurde, seien die Aktienmärkte zusätzlich belastet.

Das Oberste Gericht in Florida hatte am Vortag entschieden, dass die Ergebnisse der Stimmennachzählung bei der Präsidentenwahl in dem wahlentscheidenden US-Bundesstaat erst am 27. November vorliegen müssen. "In den USA verschiebt sich das Ganze immer weiter, da ist doch klar, dass auch bei den Anlegern das Vertrauen flöten geht", sagte ein Neuer Markt-Händler.

Im Dax standen vor allem SAP unter Druck und verloren 9,27 % auf 173,75 Euro, was Händler mit der allgemeinen Negativ-Stimmung für Technologiewerte begründeten. Infineon büßten 4,84, Siemens 1,83 % ein.

Finanztiteln gerieten ebenfalls unter Druck. Allianz büßten 2,03 % auf 395 Euro und Münchener Rückversicherung 3,86 % auf 363,36 Euro ein. Die Aussichten auf eine abgeschwächte Automobilnachfrage in den USA belastete Marktbeobachtern zufolge die Fahrzeughersteller. BMW gaben um 4,03 % auf 34,98 Euro und Volkswagen um 2,79 % auf 55,70 Euro nach. DaimlerChrysler konnten Händlern zufolge im Wege einer technischen Erholung ihrer Vortagesverluste abbauen und gingen kaum verändert aus dem Handel.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten mit einem Plus von 1,15 % auf 71,93 Euro Henkel, die damit ihre Aufwärtsbewegung vom Dienstag fortsetzten.

Im MDax schlossen die Werte durchschnittlich 2,29 % tiefer.



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