Dax gab nur leicht nach
Starke Verluste bei Telekom und Bayer

Während die Aktien von Deutsche Telekom und Bayer kräftige Verluste verbuchten, hat der Dax am Freitag nur leicht nachgegeben.

Reuters FRANKFURT. Die schon in den vergangenen Tagen schwache T-Aktie werde von einer Kombination schlechter Nachrichten belastet, sagten Händler. Bayer -Titel gerieten dagegen durch Spekulationen um eine Schadenersatzklage wegen des vom Markt genommenen Cholesterin-Senkers Lipobay/Baycol unter Druck. Insgesamt verlaufe der Handel bei moderaten Umsätzen richtungslos, hieß es. Zudem hielten sich viele Anleger in Erwartung einer Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan sowie auf Grund des sich weiter zuspitzenden Kaschmir-Konflikts zurück.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am Mittag 0,29 % im Minus bei 5 213 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax-50 um 0,25 % auf 1 250 Punkte anzog. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,16 % im Plus bei 4 365 Stellen. Der Dow Jones Euro-Stoxx-50 der größten europäischen Aktien legte um 0,35 % auf 3 587 Zähler zu.

Die Lage in Kaschmir drücke etwas auf die Stimmung, sagte eine Händlerin. Verstärkte Verkäufe seien aber nicht zu beobachten, ergänzte ein anderer Marktteilnehmer. Vielmehr veranlasse die Krise die Anleger zur Zurückhaltung. Indien steht Armeeangaben zufolge am Rande eines Krieges mit dem Nachbarn Pakistan. Das indische Militär sei auf eine konventionelle wie auch auf eine atomare Auseinandersetzung vorbereitet, hieß es.

Die Aussagen von Greenspan über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur werden Börsianern zufolge die Weichen für die Richtung der Aktienmärkte in der kommenden Woche stellen. Da die Rede aber erst kurz vor Handelsschluss in Deutschland beginne, könnten die deutschen Titel erst am Montag darauf reagieren.

Der mögliche Verzicht der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel auf eine Kanzlerkandidatur zu Gunsten des CSU-Chefs Edmund Stoiber spiele am Markt derzeit keine Rolle, hieß es. Der Fernsehsender n-tv hatte über einen möglichen Rückzug Merkels berichtet. Die CDU-Chefin bekräftigte als Reaktion auf die Nachricht dagegen, dass es beim ausgehandelten Fahrplan der Union zur Nominierung eines Kanzlerkandidaten bleibe.

Die T-Aktie verbilligte sich um gut drei Prozent auf 18,12 Euro. Händler machten das Zusammentreffen mehrerer Faktoren für die Verluste verantwortlich. Neben dem von einer Zeitung am Freitag berichteten negativen Kapitalfluss belaste auch der anhaltende Verkauf von Telekom-Titeln durch ehemalige Voicestream-Aktionäre. Hinzu komme die Übernahme der restlichen Anteile am Softwarehaus Debis von Daimler-Chrysler für 4,6 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2002. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge erwirtschaftete die Telekom 2001 einen Free-Cash-Flow von minus 2,0 Mrd. Euro. Für 2002 rechne die Telekom sogar mit minus 2,7 Mrd. Euro, hieß es. Beide Nachrichten seien für Kenner des Unternehmens allerdings keine Überraschung gewesen, sagte ein Händler.

Zur Kursentwicklung der Bayer -Aktie sagte ein Analyst, offenbar sei die Gefahr einer Klage in den USA in Kombination mit dem bevorstehenden Ausscheiden des Bayer-Pharmachefs David Ebsworth verantwortlich für das Minus von 2,88 % auf 37,13 Euro. Angesichts der schlechten Nachrichten der vergangenen Monate halte sich das Papier dennoch sehr gut. Dem Münchener Anwalt Michael Witti zufolge haben mit einer Sammelklage in den USA befasste Anwälte einen Weg gefunden, auch die Forderungen deutscher und anderer Geschädigter des wegen angeblich starker Nebenwirkungen vom Markt genommenen Medikaments Lipobay/Baycol einzubeziehen.

Auf der Gewinnerseite standen unter anderem die Aktien von Infineon , die sich um 0,76 % auf 25,19 Euro verteuerten. Händler verwiesen auf die Aufnahme der Titel in die "European Focus List" der Deutschen Bank am Donnerstag.

Im MDax legten die Papiere von Beru um 7,24 % auf 54,48 Euro zu, nachdem der Autozulieferer den Erhalt eines Großauftrages aus den USA bekannt gegeben hatte. Dieser solle ab 2004 voraussichtlich mehr als 20 Mill. Euro zusätzlichen Umsatz bringen. Der Flughafenbetreiber Fraport verzeichnete eigenen Angaben zufolge 2001 einen Rückgang der Passagierzahlen um 1,6 %. Die Aktie gab um 0,75 % auf 26,50 Euro nach.

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