Dax gibt deutlich ab
Europa. Technologie-, Medien- und Telekom-Werte im Plus

Die grösseren europäischen Aktienbörsen haben am Montag nach den Verlusten der letzten Woche bei uneinheitlicher Tendenz leicht höher geschlossen. Der DJ Stoxx 50-Index lag 0,3 Prozent im Plus bei 3171 Punkten.

Reuters FRANKFURT. Gegen den Ende der Sitzung hätten Meldungen über den Fund einer sogenannten "Dirty Bomb" in den USA Anschlagssorgen verstärkt und die Kurse belastet.

Solange Bilanzierungssorgen in den USA und die andauernden politischen Konflikte in Nahost und zwischen Indien und Pakistan die Kursrisiken hoch halten würden, werde der Markt billig bleiben, hiess es auf einem Papier von Credit Suisse First Boston. Während die Wall Street am Montag wenig Unterstützung bot, belastete die Gewinnwarnung der britischen Hypothekenbank Abbey National's die Märkte.

Im Plus notierten insgesamt die Technologie-, Medien- und Telekom-Werte, wobei der Markt vor den am Dienstag anstehenden Zahlen des Indexschwergewichts Nokia laut Händlern Zurückhaltung geübt habe. Die Nokia-Titel schlossen nach der Heraufstufung durch Morgan Stanley etwas fester, während Ericsson von der Erhöhung der Beteiligung des Anteilseigners Investor AB profitierten

Vivendi waren ebenfalls gesucht, nachdem der Medienkonzerns den Verkauf seines italienischen Pay-TV-Teils an Rupert Murdochs News Corp mitgeteilt hatte.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse verzeichnete ein moderates Plus. Der FTSE-100-Index stieg 0,2 Prozent auf 4928 Zähler. Unterstützung erhielt der Markt von sich erholenden Pharma- und Telekomaktien. Die Bankentitel gaben nach einer Gewinnwarnung von Abbey National nach. Abbey büssten rund acht Prozent ein und HBOS verloren 2,3 Prozent. Der negative Grundton bei den Banken habe Versicherer wie CGNU und Legal & General ebenfalls nach unten gezogen.

Unter den schwergewichtigen Pharmatiteln gewannen AstraZeneca dagegen 4,1 Prozent und GlaxoSmithKline stiegen 3,8 Prozent. Im Telekomsektor kamen Vodafone auf ein Kursplus von 2,1 Prozent. Gesucht waren auch die Titel des Tabakunternehmens Gallaher, was Händler mit Spekulationen auf eine Übernahme durch British American Tobacco begründeten.

ZÜRICH - Der Handel mit Schweizer Aktien verlief über weite Strecken in ruhigen Bahnen. Der SMI schloss 0,3 Prozent höher auf 6268 Punkten. Händler sagten, sie vermissten grundsätzlich Impulse in Form von Unternehmens- und Konjunkturberichten, die die Marktteilnehmer von der Seitenlinie weg zurück in den Markt hätten bringen können. Die verschiedenen Gerüchte um Zusammenschlüsse bei Banken und Pharmaunternehmen hätten sich kaum nachhaltig auf die Kurse ausgewirkt, hiess es weiter.

Gerüchte rankten sich insbesondere um die beiden Vermögensverwalter Bär und Vontobel. Bär verloren 2,4 Prozent und Vontobel gewannen vier Prozent. Lonza führte die Chemiewerte mit einem Gewinn von knapp zwei Prozent an. Händler sagten, die Wandelanleihe über 300 Millionen sfr werde positiv aufgenommen.

PARIS - Die Pariser Börse schloss unter Führung der Technologiewerte ein Spur fester. Der CAC-40-Index stieg 0,1 Prozent auf 4025 Zähler. Tech-Titel seien nach ihren jüngsten Verlusten von Schnäppchenjägern gesucht worden, hiess es. Meldungen über den Fund einer sogenannten "Dirty Bomb" durch die amerikanischen Behörden hätten die Kursanstiege im späten Handel allerdings etwas gebremst. Vivendi Universal legten 1,3 Prozent zu. Händler verwiesen dabei auf die jüngsten Massnahmen des Medienkonzerns zur Schuldenreduktion und den Verkauf seines italienischen Pay-TV-Teils an News Corp. Die Valoren des Softwareherstellers Dassault notierten ein Kursplus von 2,8 Prozent, während die Titel des Chipherstellers STMicroelectronics 2,4 Prozent anzogen.

FRANKFURT -Sorgen der Investoren vor Anschlägen führten am Montag Händlern zufolge zu Verkäufen an den Aktienmärkten und drückten den Deutschen Aktienindex (Dax) weiter ins Minus. Der Dax notierte 0,4 Prozent tiefer auf 4593 Punkte. Schwächer präsentierten sich unter anderem die Autowerte, nachdem DaimlerChrysler einen kräftigen Absatzrückgang bei Mercedes-Benz im Mai veröffentlicht hatte. Kursabschläge verbuchte auch die T-Aktie, wobei Händler allerdings keinen eindeutigen Grund für die Schwäche des Papiers ausmachen konnten.

BENELUX - Die Benelux-Börsen notierten uneinheitlich. Der Amsterdamer AEX-Index gab knappe 0,02 Prozent auf 454 Punkte nach, während der Brüsseler Bel20-Index 0,3 Prozent fester auf 2674 Zählern notierte. Sorgen aufgrund von möglichen Anschlägen hätten auch hier die Märkte im späten Handel belastet. In Brüssel gingen Interbrew 2,8 Prozent fester aus dem Handel. Das Brauereiunternehmen hatte mitgeteilt, seinen britischen Logistikteil auszulagern. In Amsterdam erholten sich Techwerte wie Philips mit plus 1,6 Prozent und ASML mit plus 1,5 Prozent etwas.

MAILAND - An der Börse Mailand notierte der Mib30-Index um 0,8 Prozent höher bei 28.582 Zählern. Gemäss Händlern sorgten Technologie- und Telekomwerte für Auftrieb. Italia legten 1,2 Prozent und Telecom Italia Mobile 1,7 Prozent zu. Olivetti und Pirelli stiegen beide über 2,5 Prozent. Bei den Banken gewannen Banca Nazionale del Lavoro (BNL) nach Meldungen über Fortschritte bei den Fusionsgesprächen mit der Monte dei Paschi di Siena 3,5 Prozent.

MADRID - Die spanische Börse notierte unter dem Tageshoch kaum verändert. Der Ibex-35 stieg 0,03 Prozent auf 7483 Punkte. Avanzit sprangen rund 59 Prozent nach oben. Das Telekomunternehmen führt laut Markteilnehmern Gespräche mit den Kreditoren über eine Neuregelung seiner Schulden. Telefonica stiegen 0,2 Prozent. Die Titel der Bankenschwergewichte Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria verloren 0,4 und 0,1 Prozent.

SKANDINAVIEN - Von Techwerten angetrieben notierte der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen ein Prozent fester auf 277 Zähler. Nokia notierten im Vorfeld der Bekanntgabe des Zwischenberichts vom Dienstag 1,8 Prozent im Plus. Ericsson kletterten 1,6 Prozent.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt schloss nach lustlosem Handel mit sehr geringem Volumen gehalten. Der ATX-Index beendete die Sitzung 0,1 Prozent höher bei 1286 Punkten. EVN legten 1,1 Prozent zu. Erste Bank notierten 0,5 Prozent fester. Die Europäische Kommission wird bis zu acht österreichische Banken wegen Preisabsprachen strafen. Auch die Erste Bank steht auf der Liste des so genannten "Lombard Clubs". Telekom Austria gaben 0,4 Prozent nach.

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