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Dax gibt Teil der Wochengewinne ab

Zum Ende der Woche gingen die deutschen Standardwerte leichter aus dem Handel, weil Händler Gewinne mitnahmen.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Aktienmärkte haben Händlern zufolge auf Grund von Gewinnmitnahmen und uneinheitlicher US-Konjunkturdaten am Freitag einen Teil ihrer Wochengewinne wieder abgegeben. "Die US-Konjunkturdaten haben sich unter dem Strich in ihrer Wirkung gegenseitig aufgehoben", sagte ein Händler. "Vor dem Wochenende wollte sich keiner mehr positionieren. Da werden dann einige Gewinne mitgenommen", fügte ein anderer Börsianer hinzu. Dies sei eine unspektakuläre technische Reaktion. "Liquidität ist allerdings noch im Markt. Viele Anleger warten aber noch auf bessere Einstiegskurse." Seit Montag hat der Dax mehr als vier Prozent und der Nemax 50 am Neuen Markt rund fünf Prozent an Wert zugelegt.

Der Dax schloss 1,37 % leichter bei 5199 Punkten. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 gab 1,04 % auf 1299 Punkte nach. Der Nebenwerte-Index MDax büßte 0,13 % auf 4280 Punkten ein. In den USA tendierten die Märkte zum deutschen Handelsschluss ebenfalls schwächer. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte verlor 0,81 % und die Technologiebörse Nasdaq 1,81 %, verteidigten aber noch knapp die wichtigen Marken von 10 000 beziehungsweise 2000 Punkten.

Das US-Arbeitsministerium hatte am Nachmittag (MEZ) mitgeteilt, die Arbeitslosenquote in den USA habe sich im November auf 5,7 % nach 5,4 % im Vormonat erhöht. Das ist der höchste Stand seit August 1995. Dagegen stieg der vorläufige Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für den Monat Dezember auf 85,8 von zuvor 83,9 Punkten. Analysten hatten lediglich einen Anstieg auf 84,1 Punkte erwartet.

In der kommenden Woche hänge die Dax-Entwicklung in erster Linie von US-Konjunkturdaten und der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed ab, sagten Analysten. Die Fed wird am Dienstag tagen. Fast alle von Reuters befragten US-Händler rechnen beim wichtigsten Leitzins mit einer Senkung um 0,25 %punkte. Das wäre bereits der elfte Zinsschritt nach unten in diesem Jahr um dann insgesamt 475 Basispunkte. Komme es beim Zinsentscheid und den Konjunkturdaten zu keinen negativen Überraschungen, könne der Dax auf 5400 bis 5500 Punkte steigen, sagte Aktienhändler Simon Rose von KBC.

Im Mittelpunkt des späten Handels standen die Papiere von Siemens, die um 2,63 % auf 72,10 ? nachgaben. Der Münchener Elektronikkonzern rechnet bei seiner Netzwerksparte ICN im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 (zum 30. September) durch die Konzentration auf den Verkauf nur noch eigener Produkte mit einem Umsatzrückgang von bis zu einer Milliarde Euro.

SAP verlor 2,16 % auf 149,60 ?. Börsianer sagten, der Markt sei enttäuscht über den geringen Umfang des angekündigten Stellenabbaus in den USA. Außerdem hätten die jüngsten Aussagen von SAP-Chef Hasso Plattner Druck auf die Aktie ausgeübt. Dieser hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, sein Unternehmen verzeichne deutliche Auftragsrückgänge insbesondere aus der Luftfahrtindustrie.

Unter Gewinnmitnahmen litten die Titel des Auto-Herstellers BMW, die sich um 2,93 % auf 38,10 ? verbilligten. In dieser Woche hatte BMW zeitweise rund 14 % zugelegt.

Hypovereinsbank und Commerzbank verloren 4,43 % beziehungsweise 3,89 % und führten damit die Liste der Kursverlierer im Dax an.

Infineon schlossen gut behauptet bei 27,31 ?. In der vergangenen Nacht hatten die US-Chiphersteller Intel und AMD ihre Umsatzprognosen angehoben. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen legte Infineon rund 35 % an Börsenwert zu.

Um 2,43 % auf 30,33 ? verteuerten sich die Titel von Degussa. Einige Händler führten dies auf die mögliche Übernahme der Bayer-Tochter Haarmann & Reimer zurück. Andere Experten verwiesen darauf, dass Degussa von Spekulationen über eine engere Zusammenarbeit mit Bayer in der Chemiesparte profitiere.

Am Neuen Markt legten die Papiere von Consors 6,71 % auf 10,81 ? zu, deren Mehrheitsaktionär SchmidtBank in Turbulenzen geraten war. Der Online-Broker hatte zuvor die Ausweitung seines Kundenstamms bekannt gegeben und war damit Spekulationen über massive Abwanderungen entgegen getreten.

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