Dax im Minus
Konjunkturdaten trüben Börsenstimmung

Enttäuschende US-Konjunkturdaten und ein unerwartet schlechter ifo-Geschäftsklima-Index trübten heute die Stimmung an den deutschen Märkten ein. Die Indizes schließen entsprechend.

vwd FRANKFURT. Der Dax hat sich nach enttäuschenden deutschen und US-Konjunkturdaten sehr schwach gezeigt. "Die Zahlen sprechen gegen eine schnelle Erholung in den USA", hieß es. Am Morgen war bereits der ifo-Index schlechter ausgefallen als erwartet. "Die Nervositität im Markt bleibt sehr groß und führt zu starken Ausschlägen", sagte ein Händler. "Wir werden uns an die starken Schwankungen gewöhnen müssen."

Der Dax verlor nach einem sehr volatilen Verlauf 3,1 Prozent bzw 112 auf 3.520 Stellen. Zeitweilig hatte ein positiver Dow Jones Hoffnungen geweckt, die Entwicklung vom Vortag mit einem spektakulären Intraday-Reversal zu wiederholen. Doch im weiteren New Yorker Verlauf verloren die wichtigsten Indizes weiter an Boden. "Wir wurden wieder von den US-Vorgaben bestimmt", sagte ein Teilnehmer.

Besonders der US-Auftragseingang langlebiger Güter im Juni war sehr schwach ausgefallen. Statt der erwarteten leichten Steigerung gab es einen deutlichen Rückgang. "Es wird von den Verbrauchern nicht soviel konsumiert wie erwartet", hieß es. Das sei auch auf die schwachen Aktienmärkte zurückzuführen. Der Rückgang der Erwartungen im ifo-Index sei unterdessen nicht so überraschend gekommen und hänge mit der Euro-Entwicklung zusammen. Dass die aktuelle Beurteilung aber auch schlechter ausgefallen sei, sei eine negative Botschaft, sagte ein Analyst.

Unter den Standardwerten standen vor allem HypoVereinsbank, Deutsche Post und die Technologietitel im Blick. Die Zahlen des zweiten Quartals der HypoVereinsbank waren nach Meinung von Händlern enttäuschend ausgefallen. Allerdings wurden die schlimmsten Sorgen nicht bestätigt. Auch der Ausblick klang nicht gut; das Institut rückte von seinen Gewinnzielen ab. Nach den drastischen Kursverlusten der vergangenen Tage konnte die Aktie sich zwischenzeitlich leicht erholen, verlor aber zu Handelsende erneut um drei Prozent auf 19,88 Euro.

Die stärksten Verluste mit im Schnitt 5,3 Prozent verbuchten die Technologietitel. Hier wirkte sich die schwache Nasdaq aus. Infineon brachen um 7,4 Prozent auf 14,35 Euro ein. Der Konkurrent Taiwan Semiconductor hatte einen trüben Ausblick gegeben. Auch die Kurse der US-Pendants erlitten hohe Verluste. Siemens gaben nach negativen Analystenkommentaren erneut um 5,6 Prozent auf 47,65 Euro nach. J.P. Morgan und BNP Paribas hatten die Gewinnschätzungen vermindert, West LB Panmure senkte die Einstufung auf "Neutral". UBS Warburg senkte das Kursziel auf 48 von zuvor 56 Euro. Epcos gaben um 4,2 Prozent auf 18,76 Euro ab.

Dass der Vorsitzende der Deutschen Monopolkommission eine deutliche Portosenkung für gerechtfertigt hält, belastete die Stimmung für die Post. Die Aktien gaben 6,9 Prozent auf 9,45 Euro ab. Abgeben mussten auch wieder Allianz, die 2,6 Prozent auf 143,25 Euro einbüßten. Standard & Poor's hat den Ratingausblick für die deutschen Lebensversicherer auf "negativ" gesenkt. Der Schritt sei auch eine Reaktion auf die starken Rückgänge der Vermögensreserven auf Grund der andauernden Unsicherheit und Volatitlität an den Finanzmärkten seit Ende Juni 2002, hieß es.

TUI weiteten ihre Verluste weiter aus. "Wir sahen keine Nachrichten, die das Minus erklären konnten - an die Reisebranche glaubt derzeit einfach niemand so recht", sagte ein Händler etwas ratlos. Auch seine Kollegen machten die derzeitige Stimmung für diese Branche für das Minus verantwortlich. TUI verloren neun Prozent auf 19,75 Euro.

Um 12,8 Prozent auf 19,41 Euro rauschten MLP tiefer in den Keller und wurden damit Tagesverlierer. "Der Vertrauensverlust führte dazu, dass bei allgemeinen Abgaben besonders stark auf MLP eingeprügelt wird", hieß es. Zudem hätten sich Hedge-Fonds mit Kurszielen um 16 bis 17 Euro auf den Wert eingeschossen. DaimlerChrysler verloren zeitweilig über sechs Prozent. Eine Frankfurter Händlerin führte dies auf das "uralte" Gerücht zurück, dass die Deutsche Bank einen Teil bzw die kompletten zwölf Prozent ihres Daimler-Anteils verkaufen wolle. Die Bank hätte allerdings betont, dies nicht so bald machen zu wollen. Dennoch, den Banken gehe es schlecht und auch die Deutsche brauche Cash - DaimlerChrysler gaben 4,1 Prozent auf 41,25 Euro ab.

Puma gewannen im MDax nach der Vorlage guter Zahlen 13,1 Prozent auf 57,00 Euro. Auch Zapf Creation legten nach guten Zahlen um 7,1 Prozent auf 22,70 Euro zu. Unter Druck standen dagegen AWD nach einem kritischen Bericht in dem Magazin "Capital". In einem Test von sechs Finanzdienstleistern hatte AWD das schlechteste Ergebnis erzielt. AWD verloren 5,9 Prozent auf 20,70 Euro.

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