DAX, MDAX, TecDAX: Wie eine Aktie einen Indexplatz ergattert

DAX, MDAX, TecDAX
Wie eine Aktie einen Indexplatz ergattert

Den Kampf um die Plätze in einem Aktienindex verfolgen Investoren und betroffene Unternehmen mit Spannung: Papiere, die einen Sitz in einem renommierten Börsenbarometer ergattern, werden mit einer höheren Aufmerksamkeit der Investoren belohnt. Die Absteiger müssen dagegen häufig Kursverluste hinnehmen. Der wichtigste deutsche Index ist der Deutsche Aktienindex DAX, der aus 30 Werten besteht.

HB/dpa FRANKFURT. In welchen Index eine Aktie gelangt, entscheiden der Handelsumsatz des Papiers sowie der Börsenwert einer Gesellschaft. Der Handelsumsatz besagt, wie hoch das Volumen der Geschäfte mit einer Aktie im vergangenen Jahr war. Damit sollen die am meisten gehandelten Aktien ausgemacht werden. Der Börsenwert, auch Marktkapitalisierung genannt, errechnet sich aus dem Aktienkurs multipliziert mit der Zahl der Aktien. Dabei zählen nur die frei handelbaren Aktien. Wertpapiere in Händen von Großaktionären bleiben dabei außen vor. Dies ist für Unternehmen wie der Deutsche Telekom von Nachteil, an der der Staat noch große Anteile hält.

DAX: In dieser ersten Börsenliga werden die 30 wichtigsten inländischen Aktiengesellschaften zusammengefasst. DAX-Kandidaten sollen nach den Kriterien Umsatz und Börsenwert mindestens zu den 35 größten und wichtigsten gehören. Üblicherweise überprüft die Börse nur im August die Zusammensetzung dieses Index. Allerdings gibt es Ausnahmeregeln. Wenn ein DAX-Wert bei einer der beiden Bedingungen nicht mehr zu den 45 wichtigsten gehört, darf er schon früher ausgetauscht werden. Dies könnte aktuell bei MLP der Fall sein.

Unterhalb des DAX wird künftig nach Branchen unterschieden. In den MDAX für mittelgroße und den SDAX für kleinere Gesellschaften gehören Industrieunternehmen aus klassischen Branchen wie Auto, Pharma oder Banken. Der neue Technologieindex TecDAX steht nur Unternehmen dieses Industriezweiges offen.

TecDAX: Völlig neu ist der Technologieindex TecDAX, der 30 Werte aus dem In- und Ausland umfasst. Er steht Technologieunternehmen offen, die nach Börsenwert und Umsatz zu den 35 größten unterhalb des DAX gehören. Der TecDAX folgt dem Auswahlindex NEMAX 50 des Neuen Marktes, wird aber mit Werten wie EPCOS oder Software AG auch Unternehmen aus dem bisherigen MDAX enthalten.

MDAX: Der MDAX wird von derzeit 70 auf 50 Werte verkleinert. Die 50 wichtigsten in- und ausländischen Unternehmen aus klassischen Industriezweigen finden dort ihren Platz. Die Kandidaten müssen bei Handelsumsatz und Börsenwert zu den 60 wichtigsten Unternehmen unterhalb des DAX gehören.

SDAX: Weitere 50 klassische Unternehmen aus dem In- und Ausland finden einen Platz im SDAX. Sie müssen nach Handelsumsatz und Börsenwert zu den 110 größten Aktiengesellschaften unterhalb des DAX gehören.

NEMAX 50: Der NEMAX 50 ist ein Auslaufmodell. Er enthält neben den TecDAX-Werten noch 20 weitere Technologiefirmen. Berechnet wird er jedoch wegen des Endes für den Neuen Markt nur noch bis Ende 2004.

Um überhaupt in einen dieser Auswahlindizes zu gelangen, muss eine Aktiengesellschaft eine Zulassung für das Börsensegment "Prime Standard" besitzen. Voraussetzung sind Quartalsberichte, internationale Rechnungslegung, Analystenkonferenzen sowie die Veröffentlichung von Pflichtmitteilungen in englischer und deutscher Sprache. Wer nur das gesetzliche Minimum erfüllt, findet sich im "General Standard" wieder.

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