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Dax notiert leichter

Gemischte Signale von den US-Märkten und anhaltende Inflationsängste haben den deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte weiter belastet.

Reuters FRANKFURT. Zusätzlich überschatteten den Deutschen Aktienindex (Dax) Händlern zufolge der Optionsverfallstermin am Freitag - der sogenannte "Dreifache Hexentag". Auch die Umschichtungen in den europäischen Stoxx Indices ab Beginn nächster Woche drückten den Markt, hieß es. Der Dax notierte am Mittwoch bis Handelsschluss 1,81 % schwächer bei 7006,26 Punkten. Sollte die Unterstützung bei 7000 Punkten gebrochen werden, könnten die deutschen Standardwerte nach Einschätzung von Händlern noch tiefer fallen. Von 30 gehandelten Standardwerten zeigten sich 26 mit Abschlägen, drei mit Aufschlägen und einer unverändert.

Auslöser für die Talfahrt der deutschen Standardwerte war Marktteilnehmern zufolge das Durchbrechen der Marke bei 7220 Punkten am Dienstag, das ein Verkaufsignal ausgelöst habe. Seitdem sei die allgemeine psychologische Stimmung am deutschen Aktienmarkt zunehmend getrübt. Eine Gewinnwarnung des US-Unternehmens SCI am Mittwoch habe dann an der US-Computerbörse Nasdaq die Kurse vorübergehend ins Rollen gebracht. Gegen 20.00 Uhr MESZ lag der technologielastige Nasdaq-Index um 0,7 % fester bei 3875 Punkten. Der 30 führende Industriewerte umfassende Dow-Jones-Index fiel um 0,5 % auf 11 174,41 Zähler.

Negative Auswirkungen auf Technologiewerte

Der Druck auf die Technologiewerte in den USA habe sich auf Telekom - und Technologiewerte in Europa meist negativ ausgewirkt, sagten Händler. Die Deutsche Telekom notierte bis zum Handelschluss um 0,2 % schwächer.

Auch die durch die anhaltende Euro-Schwäche neu geschürten Inflationsängste drückten Händlern zufolge den Markt. Viele fürchten, der Euro könnte erneut unter Druck geraten und auf bis zu 82 Cent absacken. "Unter den Anlegern macht sich Resignation breit", sagte ein Händler. Viele hätten ihre Ängste bereits eingepreist. "Wir stecken in einem Morast", sagte er weiter.

Bis zu der Umschichtung in den europäischen Stoxx Indices zu Beginn der nächsten Woche dürfte die depressive Stimmung mit schwacher Tendenz am deutschen Aktienmarkt anhalten, sagten Händler. Die Allianz, die Münchener Rück und die Deutsche Telekom erhalten durch die Umschichtung ab dem 18. September ein deutlich geringeres Gewicht im Stoxx und EuroStoxx.

Finanztitel schwächer

Die anstehende Restrukturierung ist Händlern zufolge auch für die Kursverluste der Allianz am Mittwoch verantwortlich. Die am Mittag veröffentlichten positiven Bilanzzahlen hätten den Allianz-Titel daher nur kurzfristig Auftrieb verschaffen können. Bis Handelsschluss lagen Allianz mit 2,2 % im Minus. Auch andere Finanzwerte zeigten sich überwiegend schwächer. Zu den stärksten Verlierern gehörten die Hypo-Vereinsbank mit einem Minus von 2,6 %. Die österreichische Übernahmekommission hatte zuvor mitgeteilt, dass sie keine Einwände gegen die Integration der Bank Austria (BA) in die Hypo-Vereinsbank (HVB) habe. Die Aktien der Bank Austria legten dagegen an der Wiener Börse um 2,7 % zu. Händler sagten, dass sich nun der Spread zur HVB-Aktie deutlich verringern werde. Die beiden Banken hatten Ende Juli den grenzüberschreitenden Aktientausch bekannt gegeben. BA-Aktien werden im Verhältnis eins zu eins in HVB-Papiere getauscht.

Deutlich unter Druck gerieten erneut die Hochtechnologiewerte. SAP verbilligten sich um 3,2 %, Epcos um 4,5 % und Infineon um 4,6 %. Siemens gaben um 2,1 % nach, obwohl das Unternehmen nach eigenen Angaben für das Geschäftsjahr 1999/2000 den höchsten Gewinn in der Firmengeschichte erwartet. Vorstandschef Heinrich von Pierer sagte in Melbourne, dies gelte nicht nur für Australien, sondern weltweit. Siemens meldete für das dritte Quartal bis Juni einen Anstieg des Nettogewinns um 134 % auf 832 Mill. Euro (etwa 1,6 Mrd. DM).



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