Dax pendelt zwischen Gewinn- und Verlustzone
Bayer rücken in den Blickpunkt

Wenn die Zinsen fallen, steht mehr Geld zur Verfügung und die Aktienkurse steigen. Der Grund dafür ist einfach: bei niedrigen Zinsen können Unternehmen und Privatpersonen billiger Kredite aufnehmen, von denen sie dann zusätzliche Ausgaben und Investitionen finanzieren. Fließt das Geld an den Aktienmarkt, klettern die Kurse.

FRANKFURT/M. Diese Überlegungen erklären, warum im Vorfeld der Sitzung der europäischen Währungshüter an diesem Donnerstag allein schon die Hoffnungen auf fallende Zinsen die Aktien beflügeln. Zumindest zum Handelsbeginn am Dienstag war dies der Fall, denn an der Börse werden immer auch Erwartungen gehandelt. Argumente gegen eine Zinssenkung - wie beispielsweise die Daten zur Geldmenge M3 am Vormittag - verpassen den Papieren einen Dämpfer. Die Geldmenge war im Juli erneut stärker gewachsen als erwartet.

Daraufhin verringerten sich die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine Zinssenkung und der Deutsche Aktienindex (Dax) tauchte ins Minus. Im weiteren Handelsverlauf zeigte sich das Börsenbarometer zunächst unschlüssig, das gesunkene US-Verbrauchervertrauen und die daraufhin fallenden Kurse an Wall Street gaben ihm dann aber den Rest: Zum Handelsschluss notierte der Dax nur noch bei 5 308,78 Punkten (-1,8 %). Gerade auf die US-Verbraucher hatten die Marktteilnehmer gesetzt, denn die Konsumenten haben durch ihre Nachfrage großen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung.

Marktteilnehmer bezeichneten die Dax-Abschläge auf die US-Daten in ersten Stellungnahmen als übertrieben. Offenbar hätten einige Anleger nur Gründe zum Ausstieg gesucht, hieß es. Sollten sich allerdings Anschlussverkäufe ergeben, könnten mehrtägige Verkaufswellen folgen, äußerte sich ein Beobachter. Christian Plenz vom Wertpapierhaus Seydler hatte bereits vor den Daten gesagt, dass ein Unterschreiten der Marke bei 5 380 Punkten im Dax den Weg bis auf 5 000 Stellen frei mache.

Bei den Einzeltiteln spielte die Musik am Dienstag bei Bayer und der T-Aktie. Beide Papiere verzeichneten gute Umsätze. Besonders gefragt waren Bayer-Aktien. Gerüchten zufolge bietet das Schweizer Pharmaunternehmen Roche für die Pharmasparte der Leverkusener 20 Mrd. $. Zwar dementierte Roche am Nachmittag diese Meldung, dennoch schoben sich Bayer unangefochten an die Spitze der Dax-Gewinner. Thyssen-Krupp wechselten trotz schlechter als erwarteter Geschäftszahlen im Tagesverlauf in den grünen Bereich. Die T-Aktie kletterte am Tag ihrer Halbjahrespressekonferenz bis auf 19 . Am Nachmittag fiel sie aber wie auch andere Technologiewerte stärker ins Minus. Die Verlierer des Tages wurden von Epcos und Infineon angeführt. Bei Metro begründeten Händler die Abschläge mit Gewinnmitnahmen.

Der MDax verbesserte sich insgesamt um 0,3 % auf 4 662,14 Punkte.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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