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Dax rutscht wieder ins Minus

Die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur hat die deutschen Aktienwerte am Mittwoch nach Händlerangaben auf eine Berg- und Talfahrt geschickt.

rtr FRANKFURT. Zunächst hatte die Bekanntgabe eines Einbruchs des US-Verbrauchervertrauens am Vortag den Deutschen Aktienindex (Dax) noch nachhaltig belastet. Die Veröffentlichung des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal, das deutlich geringer als erwartet gefallen war, löste dann Kauffreude unter den Anlegern aus und verhalf dem Gesamtmarkt in die Gewinnzone. Eine negative Prognose des US-Präsidialamtes für die weitere Entwicklung der US-Konjunktur dämpfte dann jedoch Händlern zufolge die Euphorie am Markt wieder und ließ die Kurse abbröckeln.

Der Dax notierte eine halbe Stunde vor Handelsschluss 0,33 % schwächer bei 4529 Zählern, nachdem er zuvor auf ein Tagestief bei 4457 Zählern gefallen war und ein Tageshoch bei 4626 Zähler markiert hatte. Am Neuen Markt verzeichnete der Nemax50-Index einen Zuwachs von 0,63 % auf 1032 Zähler. Der M-Dax für die mittelschweren Werte notierte um 0,34 % schwächer bei 4096 Punkten.

Sorgen um eine Rezession in den USA hatten sich Händlern zufolge am frühen Abend wieder verstärkt, nachdem der Wirtschaftsberater des US-Präsidialamtes, Glenn Hubbard, sich zu der weiteren Entwicklung der Wirtschaft geäußert hatte. Seinen Worten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession gestiegen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns in einer Rezession befinden, ist sicher gestiegen, das kann man nicht leugnen", sagte Hubbard dem Nachrichtensender CNN. Diese Aussagen führten auch an den US-Börsen zu nachgebenden Kursen. Der Technologieindex Nasdaq verbuchte nur noch ein Plus von 1,5 % auf 1693 Punkte, nachdem er zuvor um rund drei Prozent angezogen war. Der Industriewerteindex Dow Jones rutschte sogar um 0,1 % auf 9110 Zähler ins Minus.

Zuvor hatten die Märkte in Deutschland und den USA noch freudig auf die Mitteilung des US-Handelsministeriums reagiert, das einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal von 0,4 % nach einem Plus von 0,3 % im zweiten Quartal veröffentlichte. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich höheren Rückgang um 1,0 % gerechnet. Händler äußerten sich allerdings verhalten zu der positiven Reaktion der Märkte. Die Auswirkungen der Anschläge am 11. September seien noch nicht vollständig in den BIP-Daten zum dritten Quartal berücksichtigt. "Da müssen wir erstmal warten, bis wir andere Zahlen gesehen haben", sagte ein Frankfurter Aktienhändler und verwies auf das Bruttoinlandsprodukt zum vierten Quartal. Der Markt stehe weiterhin auf wackeligen Beinen und bei den nächsten enttäuschenden Zahlen könnte es auch wieder bergab gehen.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von rund vier Prozent auf 61,70 ?. Die Bank hat im dritten Quartal 2001 mit einem überraschend starken Handelsergebnis Einbußen in anderen Bereichen zum Teil ausgeglichen. Für die ersten neun Monate betrage der Gewinn nach Steuern 2,754 (Vorjahreszeitraum: 4,368) Mrd. ?, teilte die Bank am Mittwoch mit und bestätigte Zahlen, die Reuters zuvor aus Unternehmenskreisen erfahren hatte.

Gefragt waren auch die Technologiewerte. Infineon stiegen um knapp fünf Prozent auf 16,42 ?, SAP legten um 2,7 % zu. Die Aktien der Deutschen Telekom verbuchten einen Abschlag von 2,6 % auf 17,10 ?. Der Konzern hatte am Morgen Quartalszahlen mitgeteilt, die Analysten und Händlern zufolge am unteren Rand der Schätzungen ausgefallen waren.

Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien des Dialyse-Konzerns Fresenius Medical Care mit einem Minus von 7,8 % auf 68,22 ?. "Hintergrund ist unter anderem die gestern bekannt gegebene erhöhte Rückstellung für unsichere Forderungen aus einem Rechtsstreit in den USA", sagte Ulrich Huwald, Analyst bei M.M. Warburg in Hamburg. "Das hat den Markt unvorbereit getroffen. Die Vorsorgemaßnahmen drücken auf die Margen."

Die Titel des Einzelhändlers Metro gaben um 3,9 % auf 36,01 ? nach. Der Einzelhandelskonzern hatte unter anderem für das dritte Quartal eine Gewinnsteigerung bekannt gegeben, wobei der Umsatz allerdings leicht hinter den Prognosen der Analysten zurückblieb.

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