Dax schließt bei geringen Umsätzen leichter

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Dax schließt bei geringen Umsätzen leichter

Die Kurse der deutschen Aktienwerte haben nach anfänglichen Gewinnen zum Wochenausklang schwächer geschlossen. Angesichts der Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung habe niemand vor dem Wochenende seine Positionen ausbauen wollen, sagte ein Händler.

rtr FRANKFURT. Andere Börsianer bezeichneten die Kursentwicklung insgesamt als wenig aussagekräftig, da angesichts der geringen Umsätze schon kleinere Orders deutliche Schwankungen ausgelöst hätten. Am Nachmittag setzten sich die Aktien der Deutschen Telekom an die Spitze der Dax-Verlierer. Nach der Bekanntgabe von US-Absatzzahlen gaben die Automobilwerte gegen Abend nach.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 0,21 % schwächer bei 5097,06 Zählern, nachdem er zuvor bis zu 1,14 % im Plus gelegen hatte. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 verlor 0,34 % auf 1147,23 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 0,14 % im Minus bei 4435,56 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 0,57 % auf 3604,59 Zähler an. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,37 % niedriger bei 9883 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 1,17 % auf 1911 Punkte nachgab.

Das Geschäft habe sich auf ein Minimum beschränkt, und es habe an Käufern gefehlt, sagten Händler. Daran werde sich voraussichtlich auch in der kommenden Woche nichts ändern. Der Aktienstratege Dieter Schwarz von Consors Capital ergänzte, in Deutschland beginne die Berichtssaison der Unternehmen und viele Anleger hätten Angst vor negativen Überraschungen.

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten hatten Händlern zufolge kaum Auswirkungen auf das Marktgeschehen. Der US-Einkaufsmanagerindex stieg im Januar auf 49,9 Punkte von 48,1 Zählern im Vormonat. Experten hatten mit einem Zuwachs auf 49,4 Stellen gerechnet. Der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan erhöhte sich auf 93,0 von 88,8 Punkte. Volkswirte hatte jedoch einen Anstieg auf 94,3 Zähler vorhergesagt.

Die T-Aktie verbilligte sich um 2,92 % auf 16,65 ?. Ein Händler verwies auf die Reduzierung der Bonitätseinstufung des Konkurrenten France Telecom durch die Rating-Agentur Moody's, die Ängste um einen ähnlichen Schritt bei der Bonitätsbeurteilung der Telekom geschürt hätten. Moody's hatte ihre Herabstufung unter anderem mit der Unsicherheit in Bezug auf das Engagement der France Telecom auf dem deutschen Markt begründet. Das französische Unternehmen hält 28,5 % an dem deutschen Telekom-Anbieter Mobilcom.

Der Branchenindex für die Automobilwerte im Dax verlor 0,59 %, nachdem er zuvor noch bis zu 1,22 % zugelegt hatte. Volkswagen hatte zuvor für Januar im Jahresvergleich einen Anstieg des US-Absatzes um sechs Prozent bekannt gegeben, während die DaimlerChrysler-Tochter Chrysler ein Minus von neun Prozent verzeichnete.

Die Titel von MLP verbuchten erneut starke Verluste und gaben um 1,12 % auf 67,30 ? nach. Händler sagten, Gerüchte um angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung des Finanzdienstleisters lasteten auf dem Papier. Sie bezeichneten diese Spekulationen jedoch als unglaubwürdig. Dem MLP-Chef Berhard Termühlen zufolge entbehren die Gerüchte jeder Grundlage. "Man gewinnt den Eindruck, dass manche Teilnehmer versuchen, bestimmte Titel durch Gerüchte nach unten zu treiben, um sich dann billig einzudecken", sagte ein Händler. Das Papier hatte in den vergangenen vier Tagen rund 14 % verloren.

In einem ereignisarmen Geschäft gehörten Unternehmen wie Linde oder ThyssenKrupp zu den Favoriten. Deren Aktien stiegen um 3,2 % auf 51,60 ? beziehungsweise um 2,57 % auf 16,77 ?. Händlern zufolge wenden sich Anleger in Zeiten unsicherer Kursentwicklung diesen Werten zu, weil sie als "sichere Häfen" angesehen würden. Die Technologiewerte legten ebenfalls zu.

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