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Dax schließt dank SAP im Plus

Starke Kurszuwächse bei SAP haben am Montag Händlern zufolge den Einfluss schwacher US-Vorgaben am Standardwertemarkt ausgleichen können und für einen höheren Schlussstand im Dax gesorgt. Die Titel des Technologiekonzerns, der am morgen unerwartet gute Quartalszahlen bekannt gegeben hatte, verhalfen dem Deutschen Aktienindex (Dax) zu einem Plus von 0,15 % auf 6392,17 Punkte.

Reuters FRANKFURT. Keinen Rückhalt gab es dagegen am Neuen Markt. Die schwach tendierenden US-Technologiewerte führten nach Angaben von Händlern den Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax 50 auf ein neues Rekordtief bei 2097,62 Zählern und auf einen 9,57 % tieferen Schlussstand von 2109,15 Zählern. Ein neues Jahrestief von 2215,04 Punkten markierte im späten Handel auch der alle Werte des Segements umfassende Nemax All Share, der 6,27 % auf 2222,03 Zählern einbüßte.

An den US-Märkten wurde die Furcht vor einer bevorstehenden US-Rezession nach Angaben von Händlern von weiteren Branchen- und Gewinnwarnungen verstärkt. Der US-Technologieindex Nasdaq Composite setzte seinen Abwärtstrend vom Freitag fort und notierte gegen Handelsschluss in Deutschland 4,26 % im Minus bei 2305 Zählern. Auch der US-Standardwerteindex Dow Jones tendierte mit 1,15 % tiefer bei 10 540 Zählern in negativem Terrain.

Im Rampenlicht standen am Montag nach Aussagen von Händlern die Papiere von SAP, die nach guten Zahlen einen Kurssprung von zwischenzeitlich mehr als 23 % verbuchten, und die Sitzung 14,3 % höher bei 143 Euro schlossen. In Reaktion auf die SAP-Zahlen zum vierten Quartal stuften verschiedene Investmentbanken ihre Empfehlungen für die Aktie herauf. Der Walldorfer Konzern hatte am Morgen vorläufige Kennzahlen für das vierte Quartal 2000 bekannt gegeben, die über den eigenen Planungen und den Erwartungen der Finanzmärkte lagen. Händler bezeichneten das Unternehmen als Ausreißer in der ansonsten schwachen Technologiebranche.

Auf Grund von erneuten Übernahmespekulationen legten Commerzbank gegen den Trend der Bankenbranche kräftig zu. Die Aktie der Commerzbank stieg in der Spitze auf 33,37 Euro und lag gegen Handelsschluss 1,79 % höher bei 32,42 Euro. Gefragt waren außerdem Unternehmen der "Old Economy" wie beispielsweise MAN, die sich um 2,36 % auf 29,53 Euro verteuerten. Wie üblich tendierten diese Werte fester, wenn das Kaufinteresse bei Technologietiteln nachlasse, sagten Händler. Epcos erlitten Kurseinbußen von 2,12 %.

Auf der Verliererseite standen Finanztitel und die deutschen Fahrzeughersteller. Sorgen um die US-Autokonjunktur belasteten nach Angaben von Händlern unter anderem VW, die 1,12 % auf 57,35 Euro einbüßten. Die Wolfsburger litten zusätzlich unter einer Herabstufung durch die ABN Amro Bank. Schwach präsentierten sich auch die Papiere der Deutschen Telekom. Vor allem Hedge-Fonds hätten mit der Aktie Gewinne realisiert, sagte ein Händler.

Die Werte am Neuen Markt zeigten keine positiven Reaktionen auf die guten SAP-Zahlen. Dass das Wachstumssegment in diesen Tagen "generell verteufelt" werde, könnte nach Ansicht von Florian Weber, Händler bei der Schmidt-Bank, ein Zeichen für das Ende seiner Abwärtsbewegung sein. Noch immer gebe es Analysten, die einige Werte am Neuen Markt für überbewertet hielten, sagte Weber. So würden selbst Qualitätstitel wie die Adva AG Optical Networking von den Fondsmanagern abgestoßen.

Besonders unter Druck standen Biotechnologiewerte. Händler vermuteten Gewinnmitnahmen, zumal es keine fundamentalen Gründe gebe. Die Biotechnologie sei der einzige Sektor am Neuen Markt, bei dem Anleger noch kräftige Gewinne stehen hätten, sagte ein Händler. Die Qiagen-Papiere büßten 27,88 % auf 22,5 Euro ein. Größter Gewinner waren die Papiere von OTI On-Track Innovations, die nach dem Erhalt eines Großauftrages um 19,68 % auf 4,5 Euro zulegten.

Die MDax-Werte schlossen die Sitzung 1,46 % tiefer bei 4584,05 Zählern.



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