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Dax schließt dank US-Börsen im Plus

Im Sog freundlicher US-Börsen haben die deutschen Standardaktien am Montagnachmittag den Sprung in die Gewinnzone geschafft.

Reuters FRANKFURT. Im Sog freundlicher US-Börsen haben die deutschen Standardaktien am Montagnachmittag den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Im frühen Verlauf hatte noch die Furcht vor weiteren Gewinnwarungen einen erneuten Kursrutsch bei den europäischen Technologiewerten ausgelöst und damit auch den Gesamtmarkt unter Druck gesetzt. Nach wie vor verbuchten die Titel von Infineon, Siemens und Epcos die größten Kursverluste im Dax, nachdem die geplante Kapitalerhöhung von Infineon einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise in Frage steht. Der Dax schloss mit einem Plus von 0,13 Prozent auf 5869 Zählern.

Am Neuen Markt bauten die Aktien ihre Verluste ebenfalls ab. Der Nemax-All-Share-Index, der im Handelsverlauf ein neues Jahrestief bei 1254 Punkten markiert hatte, verbuchte zum Schluss nur noch einen Abschlag von 0,87 Prozent auf 1285 Punkte. Der Nemax50, der zuvor erneut auf ein Rekordtief bei 1146 Zählern gefallen war, ließ sich von der Aufwärtsbewegung mitreißen und drehte ins Plus. Er schloss um 0,38 Prozent fester bei 1197 Punkten.

Für den Stimmungswechsel am deutschen Markt machten Händler den Verlauf der US-Börsen verantwortlich. Die Technologiebörse Nasdaq verbuchte bei Börsenschluss in Frankfurt ein Plus von 1,44 Prozent auf 2033 Punkte, der Dow-Jones-Index notierte um 0,5 Prozent fester bei 10.301 Zählern. Obwohl der Markt der Tendenz der US-Märkte folge, bleibe die Situation jedoch die gleiche, sagte ein Händler. Die Aufwärtsbewegung sei nicht von Euphorie geprägt. "Der Markt ist immer noch lustlos und die Umsätze dünn." Am Neuen Markt sprachen Händler von weiter anhaltender Verunsicherung der Anleger.

Zuvor hatten noch Bedenken über weitere Gewinnwarnungen die Situation an den deutschen Börsen belastet. "Mit den ganzen Gewinnwarnungen in den USA und den anstehenden Quartalsergebnissen ist die Stimmung negativ", sagte Peter van Kleef, Senior Trader bei Credit Lyonnais in Frankfurt. "Wir hinken dem Konjunkturzyklus der USA hinterher, und ich denke, dass es in den USA schon jetzt langsam der Boden ist. Die Stimmung bei uns ist also vielleicht, dass das Dickste noch kommt." Unter anderem sollen in den USA der Mobilfunkkonzern Motorola sowie der Internetkonzern Yahoo am Mittwoch, der Netzwerkhersteller Juniper Networks am Donnerstag Bilanzdaten vorlegen.

Insbesondere die Technologiewerte standen auf der Verliererseite. Die Aktien von Epcos verbuchten einen Abschlag von 2,2 Prozent auf 53,87 Euro, die von Siemens und Infineon, die zuvor auf neue Jahrestiefs gefallen waren, gaben um 3,2 Prozent auf 62 Euro beziehungsweise um 2,6 Prozent auf 25,96 Euro nach. Händler sagten, eine mögliche Absage der geplanten Kapitalerhöhung bei Infineon belaste die Werte. "Es ist die Nachricht im Handelsblatt, dass Infineon ihre Kapitalerhöhung absagen könnte und dass Siemens vielleicht einspringt und das übernimmt", sagte Karin Heatley, Händlerin bei Merck & Finck in München. Die Zeitung hatte berichtet, Siemens könne bei einer Absage der geplanten Kapitalerhöhung bei Infineon Kredite bei der Tochter verlängern. Die Kapitalerhöhung sei in Gefahr, da Fonds nur zu einem Preis von weniger als 25 Euro je Aktie zahlen wollten, während Infineon 27 Euro erzielen wolle, hieß es zudem. Infineon hatte bereits Freitag erklärt, die Kapitalerhöhung nicht "um jeden Preis" durchziehen zu wollen.

Händler sagten zudem, es gebe Marktspekulationen, wonach Siemens möglicherweise eine Gewinnwarung ausgebe und verwiesen dabei auf einen Bericht der Zeitung "Euro am Sonntag". Das Blatt hatte berichtet, nach dem Traumjahr 2000 dürfte Siemens eine "miserable" Bilanz vorlegen. Ein Siemens-Sprecher wollte die Spekulationen nicht kommentieren. "Wir veröffentlichen unsere Zahlen für das dritte Quartal am 25. Juli", sagte er. Zudem hätten Gewinnwarungen mehrerer europäischer Halbleiterfirmen die Papiere zusätzlich belastet, sagten Händler.

Zulegen konnten mehrheitlich weniger schwankungsanfällige Werte. RWE stiegen um 2,3 Prozent auf 48,82 Euro, Adidas Salomon gewannen 2,3 Prozent. Der MDax schloss um 0,45 Prozent schwächer bei 4699,39 Punkten.

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