Dax schließt im Minus
T-Aktie nimmt die Zehn-Euro-Marke

Gemischte Gefühle prägten gestern die Börsenstimmung: leichte zwischenzeitliche Kursgewinne im Deutschen Aktienindex (Dax) waren zwar willkommen bei den Börsianern, sorgten aber nicht gerade für überbordende Freude.

FRANKFURT/M. Auch der Dax wusste offensichtlich nicht so recht wohin: Nach einem schwachen Auftakt konnte der Index im Laufe des Tages zeitweise zulegen, gegen Nachmittag bröckelten die Gewinne wieder ab. Aus dem Handel ging der Dax mit einem Minus von 0,85 % bei 4 345,43 Punkten.

Angesichts der Kursstürze der vergangenen Woche und der Furcht vor neuen Horrormeldungen, sind Händler und Analysten ratlos, wie sich die Aktienmärkte weiter entwickeln werden. "Man kann momentan nicht sagen, wohin die Reise geht. Die Börsen sind in der jüngsten Zeit viel tiefer gefallen, als wir es zuvor für möglich gehalten hatten. Meiner Meinung nach riecht es noch einmal nach einer größeren Korrektur", sagte ein Aktienhändler in London. Auch Alfred Kaiser vom Maklerhaus Fritz Nols bleibt skeptisch: "Bei einem Dax-Stand von 4 450 bis 4 500 wird sich zeigen, wie es weiter geht. Werden dann die Gewinne wieder mitgenommen werden oder nicht?"

Für Unterstützung an den deutschen Aktienmärkten sorgten Kurssprünge bei France Télécom, Vivendi und Ericsson, um die sich die verschiedensten Meldungen und Gerüchte rankten. Profitieren konnten davon die Papiere der Deutschen Telekom. Die T-Aktie ging mit einem Plus von 6,74 % aus dem Handel.

Im Aufwind befanden sich auch die Papiere des Reisekonzerns Preussag, der seit gestern offiziell Tui heißt. Preussag-Aktien wurden gestern zum letzten Mal gehandelt. Ab heute können Anleger auch an der Börse nur noch Tui-Papiere kaufen oder verkaufen. Profitieren konnten die Titel von einer Äußerung des Tui-Vorstandschefs Michael Frenzel in einem Zeitungsinterview, wonach Tui in den chinesischen Reisemarkt einsteigen wolle. "Solche Meldungen sorgen immer für Kursphantasie", sagte Kaiser.

Infineon-Papiere verzeichneten auf Grund einiger nicht sehr optimistischer Analystenurteile ein Minus von 4,01 %. Zuvor hatten die Analysten der Investmentbank Crédit Suisse First Boston ihr Kursziel für die Titel von zuvor 23 auf 18 Euro gesenkt. Außerdem hatten die Analysten von Goldman Sachs ihre Verlustprognose für Infineon erhöht.

Auch die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon gehörten zu den Verlierern. Die Papiere rutschten gestern 1,6 % ab, nachdem am Sonntag die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, ausgerüstet von Adidas, gegen die Brasilianer, ausgerüstet vom US-Konkurrenten Nike, im WM-Endspiel verloren hatte.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax fiel ebenfalls: um 0,3 % auf 3 925 Punkte. Hier standen die Papiere von Karstadt Quelle auf der Verliererseite. Wolfgang Urban, Chef des Kauf- und Versandhauskonzerns, hatte in einem am Sonntag veröffentlichtem Interview gesagt, er sehe noch kein Ende der Konsumflaute.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%