Dax schließt leichter
Nervöser Tag an der Börse

Der Dax ist am Freitag leichter aus dem Handel gegangen, konnte sich jedoch von den Tiefständen deutlich erholen. Zeitweise kam es zu Panikverkäufen. Der Index verlor schließlich 0,6 % bzw. 22 Punkte auf 3 787. Das Tagestief lag bei 3 539 Zählern.

vwd FRANKFURT. Die extremen Schwankungen am späten Nachmittag, als der Dax immer wieder ins Plus drehte, dann aber wieder abgab, seien auf den Verfallstag zurückzuführen, sagten Händler. An diesem Freitag liefen die Optionen und Futures auf Einzelaktien und die Indizes aus. An diesen Tagen verlaufe der Handel immer extrem volatil, daher sei auch niemand von den Kursschwankungen überrascht, hieß es.

Aus fundamentaler Sicht machten Marktteilnehmer neben dem Verfallstag auch die Bush-Rede vom frühen Morgen für die extremen Verluste am Vormittag verantwortlich. "Dort wurde Amerika auf einen Kriegseinsatz vorbereitet", hieß es. In dieser unsicheren Situation verstärke sich noch die Tendenz, vor einem Wochenende keine neuen Positionen einzugehen. Händler gaben nach dem aufreibenden Handelstag an, selbst "fix und fertig" zu sein. Die Erholung am Wochenende sei bitter nötig. Tröstlich sei immerhin, dass die Unterstützung bei 3 600 Zählern deutlich gehalten habe. Unterhalb dieser Marke gebe es keine weiteren Auffangmarken mehr.

Im Fokus: Versicherungswerte

Die Allianz erwartet für das laufende Geschäftsjahr eine Schadenbelastung durch die Terroranschläge in den USA von rund einer Mrd Euro. Dabei geht sie immer noch von einem Jahresüberschuss aus. Weiterhin belastete die Herabstufung des Sektors durch Goldman Sachs vom Vortag. Laut Händlern trennen sich die Versicherungen weiter von Beteiligungen und tragen damit zu den Verlusten bei. Als Grund nannten die Experten den Cash-Bedarf, um erwartete Leistungen finanzieren zu können. Allianz gaben 5,8 % auf glatt 205,29 Euro ab. Münchener Rück gingen nach Verlusten doch noch mit einem Plus von 0,4 % auf 239,00 Euro aus dem Handel.

Schlechte Stimmung herrschte zunächst auch bei den Banken. Deren Beteiligungsportfolio verringere sich weiter im Wert, hieß es. Die Titel mussten daraufhin enorme Verluste hinnehmen. Später sei es allerdings zu Short-Eindeckungen auf Grund des Verfalltages gekommen. Besonders HypoVereinsbank zeigten sich sehr volatil und notierten bereits rund neun Prozent verbilligt, gingen letzlich jedoch mit einem Plus von 7,1 % auf 29,35 Euro aus dem Handel. Die Deutsche Bank rückten 3,2 % auf 48,50 Euro vor. Commerzbank büßten hingegegen 1,2 % auf 15,40 Euro ein.

Unter Druck standen anfangs auch wieder die Technologiewerte, die von schlechten Nachrichten von EMC und Palm belastet wurden. Infineon litten dazu noch unter einem weiter gesunkenen Verhältnis von Auftragseingängen zu Auslieferungen in der Halbleiterbranche. Allerdings profitierten auch diese Werte vom Verfallstag und erholten sich deutlich kurz vor Handelsschluss. Infineon gewannen 3,2 % auf 14,35 Euro, nachdem der Wert im Tagesverlauf schon über 13 % abgegeben hatte. SAP , die am Vortag nach der Bestätigung ihrer Prognose noch zulegen konnten, litten unter Gewinnmitnahmen und rutschen um 1,1 % auf 101,00 Euro nach unten.

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